Wettvorhersagen für heute: eine Prognose ist eine Wahrscheinlichkeit, kein Versprechen

Updated Oktober 2026
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Eine Hand hält einen Stift über einem leeren Blatt, daneben eine Tasse Kaffee auf einem hellen Tisch.

Eine Vorhersage für heute ist eine Rechnung mit Unsicherheit, kein Orakel. Wer sie liest, ohne den Preis daneben zu legen, liest die Hälfte. Der Rest ist Statistik, Form — und eine Zahl, die auf dem Wettschein nie auftaucht.

Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Datenstand: Oktober 29, 2026. Die Angaben zu Bewilligungen und Limiten wurden gegen die Aufsichtsdaten der Gespa, die Spielregeln von Sporttip und das Reglement von Jouez Sport geprüft.

Was eine Wettvorhersage heute ist — und was sie nicht ist

Niemand sagt ein Fussballergebnis voraus, weil er es weiss. Eine Vorhersage beziffert, wie oft ein Ereignis unter vergleichbaren Bedingungen eingetreten ist, und übersetzt das in eine Erwartung. Form, Kaderlage, Spielplan, Heimstärke, Kopf-an-Kopf-Bilanzen: alles Material, aus dem eine Wahrscheinlichkeit geformt wird. Aus ihr wird dann eine Zahl, und diese Zahl ist der einzige Teil, den ein Buch tatsächlich kauft oder verkauft.

Orange Pylonen stehen auf einem Trainingsplatz im Nebel, die Ränder des Platzes verschwimmen im Dunst.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000 und für eine Systemwette CHF 10'000.

Die entscheidende Verschiebung liegt im Wort «heute». Eine Prognose für heute hat weniger Information als eine Prognose für nächste Woche. Aufstellungen stehen erst kurz vor dem Anpfiff, Ausfälle sickern über Stunden durch, und der Markt reagiert darauf schneller als jeder Text. Wetten, die vor dem Anpfiff platziert werden, laufen unter Prematch; alles danach ist Livewette, und dort gilt ein anderes Regime, weil sich der Preis mit dem Spiel bewegt.

Bei Sporttip-Livewetten zählt eine Wette mit Quote 1.00, wenn sie nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wurde. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Der Einsatz kommt zurück, der Gewinn nicht. Wer im entscheidenden Moment auf den Wettschein tippt, handelt also nicht schneller, sondern riskiert, gar nicht mitgespielt zu haben.

Wie aus Statistik ein Preis wird

Zahlenmaterial allein ergibt keine Quote. Ein Buchmacher setzt zwei Grössen: die eingeschätzte Eintrittswahrscheinlichkeit und eine Spanne für sich selbst. Sichtbar wird nur das Resultat. Eine Zwei-Weg-Wette mit 1.90 auf beiden Seiten nennt niemanden als Favoriten — und verrät trotzdem, dass die Summe der beiden implizierten Wahrscheinlichkeiten über 100 % liegt. Diese Differenz ist das Einzige am Markt, das feststeht, bevor der Ball rollt.

Formgewichte sind Konvention, kein Naturgesetz. Der eine gewichtet die letzten fünf Spiele, der andere die letzten zehn, der dritte rechnet die Gegnerstärke heraus. Zwei seriöse Vorhersagen zum selben Spiel können zu unterschiedlichen Prozentwerten kommen, ohne dass eine falsch wäre. Was daraus folgt, ist unangenehm für jeden, der auf eine einzige Zahl wartet: Man kann sie nicht kaufen. Man kann nur prüfen, ob ihre Herleitung offenliegt.

Trefferquoten lesen, ohne sich selbst zu täuschen

Eine Trefferquote von 6 aus 10 klingt stark. Sie ist bei den meisten Märkten nichts Besonderes, weil die Favoritenquote genau solche Ergebnisse einpreist. Die Quote 1.20 auf einen klaren Favoriten bedeutet, dass der Markt dieses Ereignis mit etwa 83 % Wahrscheinlichkeit ansetzt; trifft es achtmal von zehn ein, hat der Buch seine Erwartung präzise getroffen und der Wetter trotzdem kaum etwas verdient.

Die Trefferquote ohne die durchschnittliche Quote daneben ist damit eine Zahl ohne Aussage. Erst das Produkt aus Trefferquote und Preis sagt, ob unter dem Strich etwas bleibt. Man kann mit zittrigen Favoriten Geld verlieren und mit seltenen Treffern im Plus stehen, und die Trefferquote ist in beiden Fällen das Letzte, was man anschauen sollte.

Die Marge: der Preis, den die Quote verschweigt

Jede Quote trägt eine Gebühr, und kein Wettschein druckt sie ab. Wer sie einmal gesehen hat, liest Preise nie mehr wie vorher.

Nehmen wir eine Zwei-Weg-Wette mit 1.90 auf beiden Seiten. Das ist kein Angebot und kein Zitat eines Veranstalters, sondern ein Rechenbeispiel. Die beiden Kehrwerte der Quoten sind 0,5263 und nochmals 0,5263. Zusammen ergeben sie 1,0526. Der Anteil, den ein Markt an die Wettenden zurückzahlt, ist der Kehrwert dieser Summe, hier 0,95. Was bleibt, ist die Marge: rund 5 %.

Im Klartext heisst das: Von jedem Franken, der auf diese zwei Ausgänge zusammen fliesst, zahlt die Auszahlungsquote 95 Rappen wieder aus.

Bei 1.90/1.90 ist die Sache offensichtlich, weil beide Seiten gleich aussehen. Interessanter wird sie bei ungleichen Quoten. Eine Wette mit 1.30 auf den Favoriten und 3.60 auf den Aussenseiter ergibt Kehrwerte von 0,7692 und 0,2778 — zusammen 1,0470. Das sind 4,7 % Marge, und die Auszahlungsquote beträgt 95,5 %. Auf den ersten Blick sieht das günstiger aus, obwohl der Ausgang identisch ist.

Der Punkt: Man sieht die Marge nie an einer einzelnen Quote, so wie man den Preis eines Menüs nicht an einem Gericht sieht. Die Warnung, die daraus folgt, ist immer dieselbe: Ein Text, der einen «sicheren» Tipp auf einen Favoriten mit 1.20 empfiehlt, verschweigt, dass bereits mehr als 16 % der Einsätze in diese Quote eingerechnet sind. Ein Buch mit einem so kleinen Preis muss sehr oft richtig liegen, um überhaupt die Marge zurückzuholen.

Die 5 % sind keine Verlustgarantie, sondern ein Erwartungswert: Wenn über eine sehr grosse Zahl gleichartiger Wetten nur die Marge wirkt, bleiben davon im Durchschnitt rund 5 % der Einsätze beim Buch und rund 95 % fliessen zurück. Für einen einzelnen Abend sagt das nichts.

Interessant ist der Vergleich zwischen Märkten. Ein Zwei-Weg-Markt mit 5 % Marge und ein Drei-Weg-Markt mit 4 % Marge sehen fast gleich aus. Über ein Jahr und einhundert Wetten mit je CHF 50 trennen sie CHF 50 — und über tausend Wetten sind es CHF 500, die nur durch die Marktwahl entstehen oder verschwinden. Der Spielausgang ist in dieser Rechnung noch nicht einmal vorgekommen.

Rechtslage: warum es in der Schweiz genau zwei gibt

Wer eine Wettvorhersage für heute liest und sie umsetzen will, landet schnell bei Angeboten aus dem Ausland. In der Schweiz darf man dort nicht wetten, und das ist keine Formalie, sondern der Grund, warum ganze Kategorien von Websites für Schweizer Leser nicht in Frage kommen.

Eine hölzerne Bank steht an der Seitenlinie eines leeren Sportplatzes, dahinter Bäume im Herbstlicht.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019.

Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, in Kraft seit dem 1. Januar 2019. Die Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern; das Geldspielkonkordat ist seit dem 1. Januar 2021 in Kraft. Die eidgenössische Spielbankenkommission kontrolliert nur Casinos. Wer in der Schweiz Wetten anbieten will, braucht eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel, und diese Bewilligung gilt nur in der Schweiz.

Auf zwei Veranstalter begrenzt die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 das Angebot. Swisslos, eine Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet Lotterien und Sportwetten auf dieser Grundlage und betreibt Sporttip. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Mehr Veranstalter gibt es nicht, und die Gespa veröffentlicht deshalb keine Liste weiterer lizenzierter Buchmacher — nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domains.

Das Vertragsgebiet ist der Türsteher

Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Ein Online-Konto bekommt nur, wer dort wohnt oder sich gewöhnlich aufhält, mindestens 18 Jahre alt ist, keiner Spielsperre untersteht und sich einmal registriert — Swisslos liest die Ausweisdaten aus und prüft sie gegen Adressdatenbanken.

Für die Westschweiz gilt die Spiegelung: Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura und nennt als Kontaktadresse Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz.

Der Wohnsitz entscheidet also, welches Angebot überhaupt existiert. Ein Leser aus Zürich kann kein Jouez-Sport-Konto eröffnen, ein Leser aus Genf kein Sporttip-Konto. Was bleibt, ist eine Wahl zwischen zwei Häusern — nicht zehn.

Worauf man wetten darf, und worauf nicht

Die erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten stehen in einer geschlossenen Liste der Gespa (Stand 10.09.2026). Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglisten-Wetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Wettbewerbe mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen.

Die Liste enthält keine Eckball- und Kartenmärkte, und sie enthält keinen E-Sport-Abschnitt. Wer eine Prognose auf eine Ecke oder auf ein E-Sport-Match liest, liest sie für einen Markt, den kein Schweizer Veranstalter anbieten darf. Werbetexte halten sich daran nicht immer, und die Aufsichtsliste ist die einzige Prüfinstanz, die zählt.

Was eine Bewilligung von aussen wert ist

Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten ist strafbar und wird mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahnt, bei gewerbsmässigem Betrieb mit bis zu fünf Jahren.

Wer sich anmeldet, kommt nicht ins Sperrregister, das bei den Schweizer Veranstaltern gilt, und hat keine Schweizer Aufsicht, an die er sich wenden könnte. Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren; die Liste startete am 3. September 2019 und umfasste Ende 2025 671 Domains. Blockierte Adressen werden innerhalb von Stunden ersetzt — die Aufsicht nennt dafür Interwetten und Bet-at-Home. Auf der Liste nennt die Gespa auch bet365.

Ehrlich formuliert heisst das: Von der Steuer über den Spielerschutz bis zum Gerichtsstand liegen die Dinge bei einem Anbieter ohne Bewilligung in fremder Hand. Der Spieler wird nach Schweizer Recht nicht dafür bestraft, dass er dort gespielt hat; die Bundesbehörden sagen das ausdrücklich. Was möglich bleibt, ist die Einziehung von Einsätzen und Gewinnen in einem Verfahren gegen den Anbieter.

Spielerschutz: Limiten, Sperren und wer sie durchsetzt

Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Die Frist ist die eigentliche Schutzfunktion. Wer im Lauf eines Abends den Wert anheben will, kann es tagelang nicht. Nach dem Rahmengesetz gilt eine Erhöhung nach 24 Stunden, Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an — die strengere Zahl gilt für den, der dort spielt.

Eine Sperre lässt sich bei Swisslos produktbezogen für 1 bis 180 Tage setzen, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, unter Beteiligung einer Fachstelle.

Ein Punkt, der in keinem Werbematerial steht: Die Gespa führte 2025 Testkäufe durch. An Verkaufstellen wurde in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Kontrolle am Schalter ist also nachweislich löchrig, und wer sich auf sie verlässt, verlässt sich auf nichts.

Bemerkenswert ist etwas anderes: In der Schweiz bestehen keine festen staatlichen Einzahlungslimiten. Die Limiten setzt der Spielende selbst. Das ist auf dem Papier liberal und in der Praxis die Härte — die Zahl, die vor einem Spielabend schützt, muss man treffen, wenn man noch in der Lage ist, sie nüchtern zu wählen.

Zahlungen, die nur auf einen Namen laufen

Gewinne und Guthaben werden ausschliesslich auf ein Zahlungskonto in Namen des Kontoinhabers ausgezahlt. Anonyme Auszahlungen oder Krypto-Auszahlungen sind im bewilligten Schweizer Sportwettenmarkt nicht vorgesehen; Kredite an Spieler sind es ebenso wenig.

Der Rahmen ist damit klar: Jeder Franken, der beim Wetter ankommt, ist über eine identifizierte Person gelaufen. Bargeld und ein Nickname reichen nicht.

Bei Swisslos lässt sich Spielguthaben über eine Online-Zahlungsmöglichkeit oder einen Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. PostFinance Pay wird als Zahlungsart zum Aufladen angeboten, die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt.

Die Auszahlung selbst folgt einem eigenen Rhythmus. Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Konto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben; darüber wird bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Konto überwiesen.

Zwei kostenlose Abhebungen im Jahr sind knapp. Wer Gewinne laufend abzieht, zahlt ab der dritten Überweisung; wer sie liegen lässt, spielt mit dem Geld weiter, das er eigentlich herausnehmen wollte. Die Gebühr ist klein, ihre Lenkungswirkung ist es nicht.

Was der Fiskus davon sieht

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — Sportwetten ausdrücklich eingeschlossen — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei und werden erst darüber erfasst. Der Bundesbetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Vorjahr bei CHF 1’070’400; der kantonale Betrag weicht ab, «je nach Kanton» ist hier wörtlich zu nehmen. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die man mit der Steuererklärung zurückholt.

Für einen gewöhnlichen Wetter ist die Sache einfach: Er bleibt meilenweit unter der Schwelle, zahlt also keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Der angenehme Teil endet am Grenzübertritt. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis etwa im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer sein Glück offshore sucht, tauscht eine nicht anwendbare Verrechnungssteuer gegen eine vollständige Einkommenssteuerpflicht ein.

Übrigens gibt es keine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze. Wer das behauptet, hat ein Nachbarland im Kopf.

Der Hinweis, der an dieser Stelle hingehört: Wer grössere Beträge gewinnt, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.

Am Handy: dieselben Regeln, kleinere Pausen

Die Sporttip App gibt es für iOS und Android, ebenso die Wetten im Browser. Wer eine Wette in der App zusammenstellt, kann sie per QR-Code an einer Sporttip-Verkaufsstelle spielen lassen — und an diesem Punkt berühren sich die beiden Welten. Limiten, Sperren und das Konto sind dieselben, unabhängig davon, ob der Wettschein digital oder am Schalter entsteht.

Genau das ist die gute Nachricht: mobil ist nicht schwächer reguliert. Es gibt keine App-Fassung, in der eine Verlustlimite fehlt oder eine Sperre nicht greift. Wer eine Sporttip-Sperre laufen hat, wird in der App ebenso abgewiesen wie im Browser.

Die schlechte Nachricht ist keine rechtliche, sondern eine über die Benachrichtigungen. Eine Push-Mitteilung, die auf einen Live-Markt hinweist, ist kein Informationstool. Sie ist ein Taktgeber. Der Markt bewegt sich während des Spiels, die Mitteilung kommt, und der Abstand zwischen Impuls und Wettschein sinkt auf die Zeit, die ein Daumen braucht.

Das ist ein Kostenpunkt, den niemand in Franken ausdrückt: Die Entscheidung, die man auf dem Sofa in zwei Minuten trifft, ist nicht dieselbe wie die am Küchentisch in zwei Stunden.

Was nützlich bleibt, ist die App als Nachschlagewerk. Preise vor dem Anpfiff lesen, den Wettschein vor dem Absenden noch einmal ansehen, die Limiten im Konto prüfen. Wer die Live-Benachrichtigungen abschaltet und nur dann in die App geht, wenn er ohnehin eine Entscheidung getroffen hat, reduziert die Zahl der Wetten — und damit die Marge, die auf sie entfällt.

Wie eine Vorhersage entsteht und was ein Value Bet darin ist

«Value Bet» ist einer der Begriffe, die am meisten versprechen und am wenigsten halten. Man versteht darunter eine Wette, deren Quote höher steht als die eigene Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit hergibt. Aus dieser Definition folgt aber nichts weiter. Es folgt nur, dass zwei Einschätzungen auseinanderliegen.

Ein Tipp auf den Favoriten ist das Gegenteil davon. Die Quote auf einen Favoriten ist klein, weil das Ereignis wahrscheinlich ist. Beides kann richtig sein. Eine Value Bet behauptet nicht, dass das Ereignis wahrscheinlich ist, sondern dass es wahrscheinlicher ist, als der Preis sagt.

Der Unterschied ist bei einem konkreten Beispiel schnell sichtbar. Eine Wette mit Quote 1.90 auf ein Ergebnis, das man selbst bei 60 % sieht, trägt eine positive Erwartung. Eine Wette mit Quote 1.90, die man selbst bei 48 % sieht, trägt eine negative — bei identischem Preis. Die Zahl auf dem Wettschein unterscheidet die beiden Fälle nicht. Nur die eigene Schätzung tut es, und nur sie trägt das ganze Risiko.

Das ist die zentrale Schwäche des Konzepts: Value Bet ist keine Eigenschaft einer Wette, sondern eine Aussage über das Verhältnis zweier Schätzungen. Wer seine eigene Schätzung nicht begründen kann, hat keine Value Bet gefunden, sondern eine Wette mit einer angenehmen Meinung dazu.

Ein Beispiel soll illustrieren, warum das schwerer ist, als es klingt. Bei einem Markt mit 5 % Marge weiss man bereits, dass der Preis im Durchschnitt zu niedrig für den fairen Wert liegt. Jeder Wetter spielt also gegen einen kleinen, aber konstanten Gegenwind. Um ihn auszugleichen, muss die eigene Schätzung nicht nur richtig, sondern deutlich besser sein als die des Marktes — und der Markt konsumiert dieselben Aufstellungsdaten, Diensplan-Informationen und Erfahrungswerte.

Kombiwetten und der Preis der Geschichte

Eine Kombiwette multipliziert die Quoten ihrer Voraussagen zu einem Preis. Zwei Wetten mit 2.00 ergeben 4.00. Das klingt nach einer Verdopplung des Gewinns und ist eine Vervielfachung des Risikos — denn platzt eine Voraussage, ist die ganze Wette verloren. Die Marge wirkt dabei nicht einmal, sondern mehrfach: Sie steckt in jeder der Einzelquoten und damit auch im Produkt.

Die Spielregeln halten die Konstruktion eng. Bei Jouez Sport umfasst eine Kombiwette 2 bis 10 Voraussagen, die Gesamtquote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann die ganze Wette für ungültig erklärt und der Einsatz zurückerstattet werden.

Die abhängige Kombination ist genau die Wette, zu deren Gunsten der Bauch redet: Torschütze und Sieg derselben Mannschaft sind keine zwei Ereignisse. Der Markt behandelt sie deshalb nicht als Produkt zweier Quoten. Wer eine solche Kombination irgendwo ohne die entsprechende Funktion findet, hat sie nicht gefunden, sondern versehentlich eine Regel umgangen.

Es gibt eine Mechanik, die den Kombinationseffekt dämpft. Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je 1.50 oder mehr. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen — Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Rechnet man das nach, wird aus dem Versprechen ein Verhältnis. Vier Voraussagen mit je 1.50 ergeben eine Gesamtquote von 5.06. Der Zusatz von 5 % auf den Nettogewinn ist damit kein grösserer Anteil als der eines halben Prozentpunkts auf die Gesamtquote. Die Staffelung sieht grosszügig aus, weil die Prozente wachsen; der Aufwand, fünfzehn korrekte Voraussagen mit je mindestens 1.50 zu treffen, wächst deutlich schneller.

Ein Kurseinbruch bleibt ein Kurseinbruch. Sporttip bietet Quotenboosts nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage an, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegeben Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Die Verknüpfung ist der Punkt: Wer den Boost mitnimmt und dann vorzeitig aussteigt, verliert zusätzlich zum tieferen Auszahlungsbetrag auch die Erhöhung.

Was eine Wette zurückzahlt

Der Gewinnbetrag einer Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Das klingt nach Buchhaltung und ist Auszahlungsmechanik in Reinform: Bei einem Einsatz von CHF 20 auf eine Quote von 1.90 beträgt die Rückzahlung CHF 38.00 und der Nettogewinn CHF 18.00. Bei drei Voraussagen mit 1.50, 1.80 und 2.00 liegt der Gesamtkurs bei 5.40, und dieselben CHF 20 ergeben eine Rückzahlung von CHF 108.00.

Sporttip rundet dabei erst auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf 5 Rappen genau ab. Diese Feinheit ist keine Nebensache: Sie entscheidet bei vielen Wetten über Cent-Beträge, die am Ende eines Jahres auf dem Konto liegen oder fehlen. Grösser ist ein anderer Effekt. Die Rückzahlung von CHF 38.00 bei CHF 20 Einsatz sieht nach einer schönen Sache aus. Von den 20 Franken war aber nur einer wirklich auf dem Spiel, wenn man das Risiko über zehn Wetten verteilt; die Story ist die Verteilung, nicht der Einzelgewinn.

Ein Sonderfall, den kaum jemand liest: Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn, oder im Rahmen eines Turniers nicht nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. In einer Kombi mit mehreren Beinen bedeutet das: Die eine ausgefallene Voraussage ist kein Verlust, aber der Rest der Kombi läuft weiter, als wäre nichts passiert — und die Gesamtquote fällt entsprechend tiefer.

Chancenausgleich statt Ausrede

Wer verliert, sucht die Erklärung gern in der Prognose. Die findet sich meistens im Preis. Bei jedem Markt dieses Artikels ist zu jeden Zeitpunkt klar, dass die Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten über 100 % liegt. Das ist keine Anschuldigung, es ist die Geschäftsordnung des Buchs. Wer das akzeptiert, plant realistischer und wird nicht jede Woche zum Gläubiger der eigenen Erwartungen.

Die Auszahlungsquote ist dabei der einzige ehrliche Gradmesser für einen Markt. Was ein Wetter an einem Abend verliert oder gewinnt, ist Rauschen. Was er über hundert Wetten verliert, ist die Marge.

Vergleich der zugelassenen Veranstalter

Die folgende Übersicht vergleicht die verfügbaren Anbieter nach Bewilligungsstatus, Bewilligungsart und — bei den ausländischen Anbietern — nach der Frage, was sie tatsächlich vorweisen. Die Reihenfolge folgt zwei Schweizer Veranstaltern und den ausländischen Marken, die Schweizer Spieler antreffen.

Brand Schweizer Bewilligung Veranstalter oder gemeldete Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51) für ein Grossspiel; Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51) für ein Grossspiel; Aufsicht Gespa Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande)
Sportuna keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
bet-at-home keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
N1 Bet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
Bettilt keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
Jackbit keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
Playzilla keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
Bahigo keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
Rollbit keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz

Zwei Zeilen tragen die ganze Information dieser Tabelle. Alles unterhalb der Trennlinie teilt dieselbe erste Spalte, und wer nur die Markennamen liest, hat den eigentlichen Befund schon verpasst: Die Wahl zwischen den acht ausländischen Marken ist keine Wahl zwischen acht Rechtsordnungen, sondern zwischen acht Adressen ohne Schweizer Aufsichtsrecht. Die erste Spalte ist deshalb keine Fussnote, sondern die ganze Entscheidung.

Die Spalte «Veranstalter oder gemeldete Lizenz» ist bei den Schweizer Zeilen die klarste, die eine Buchmacherübersicht haben kann. Die Schweizer Veranstalter sind juristische Personen, die man benennen und im Handelsregister finden kann; die Loterie Romande nennt ihre Adresse in Lausanne, Swisslos ihren Sitz in Basel. Bei den übrigen Marken steht nichts, was sich in der Schweiz nachschlagen lässt.

Wer den Vergleich nach der Höhe eines Gratisangebots ordnet, ordnet ihn nach der falschen Spalte. Gratisspielguthaben braucht vorab die Zustimmung der Gespa; im Jahr 2025 erteilte die Aufsicht 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Eine ausländische Marke mit einem grosszügigen Willkommenspaket ist deshalb kein Beweis für Reichtum, sondern nur der Hinweis, dass die Auflage, die in der Schweiz gilt, dort nicht greift.

Wichtig für die Lektüre der folgenden Abschnitte: Bei den Marken ohne Schweizer Bewilligung steht zu spezifischen Fragen wie Zahlungswegen, Boni oder Limiten nichts im Raum, was sie mit einem Schweizer Rahmen verbindet. Wer sich diese Marken anschaut, prüft deren eigene Bedingungen — nicht weil etwas verschwiegen wäre, sondern weil der deutsche Swiss-Rahmen dort einfach nicht zutrifft.

Swisslos Sporttip: das Kontrollniveau als Preis

Swisslos ist die eine Hälfte des bewilligten Schweizer Angebots und betreibt Sporttip im Vertragsgebiet der deutschsprachigen Kantone, des Tessins und Liechtensteins. Die Bewilligungsstruktur — Veranstalterbewilligung plus Spielbewilligung pro Spiel — ist im Schweizer Recht der Normalfall und für einen Wetter vor allem eines: die Grundlage, auf die alle Schutzmechanismen aufsetzen.

Der Einsatzrahmen ist eng gezogen: Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000, für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der letzte Halbsatz ist der interessante: Es gibt keinen Kulanzspielraum nach oben, wenn der Betrag zu gross ist. Die Limite ist keine Empfehlung.

Was Sporttip erkennbar von einem ausländischen Schaufenster unterscheidet, ist die Dichte an Regeln für den Alltag. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.

Zwei Dinge sind daran entscheidend. Erstens die fehlende Teilauszahlung: Wer nur einen Teil seiner Kombination herausnehmen will, kann das nicht. Zweitens die fehlende Zusage: Wer den Cash-Out-Button sieht, sieht keine Option, sondern eine Gelegenheit, die der Veranstalter eröffnet oder nicht.

Weniger offensichtlich, aber im Alltag relevanter ist die Definition der regulären Spielzeit. Sie umfasst die reguläre Spieldauer — beim Fussball etwa 90 Minuten — plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Ein Tipp auf den Sieger nach 90 Minuten kann also verloren gehen, während das Team den Pokal holt. Wer das Programmfenster nicht liest, liest eine andere Wette als die, die er spielt.

Zahlen bekommt man ausbezahlt, aber nicht unbegrenzt lange. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben — zehn Tage ist kurz für jemanden, der im Streitfall nicht ohnehin sofort handelt.

Der unbefristete Spielerschutz ist die stärkste Einzelmassnahme des Hauses und mit einem Casino-Schutz vergleichbar: Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Wer sich sperren lässt, ist damit nicht nur bei Sporttip blockiert.

Die Bewertung fällt entsprechend aus: Sporttip ist das Haus für den, der Kontrolle über Bequemlichkeit stellt. Der Preis dafür ist ein enger Rahmen — ein Höchsteinsatz von CHF 1’000 auf eine Einzelwette, ein Vertragsgebiet, das den Wohnsitz zur Eintrittskarte macht, und ein Angebot, das sich an der Gespa-Liste messen lassen muss. Wer bereit ist, für einen flüssigen Live-Markt auf Aufsicht zu verzichten, zahlt diese Rechnung mit einem anderen Einsatz als nur mit Geld.

Loterie Romande Jouez Sport: die Westschweiz als eigenes Spiel

Jouez Sport ist das Westschweizer Gegenstück mit demselben Bewilligungsrahmen, aber anderen Hausregeln. Die Loterie Romande organisiert das Angebot für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; ihre 2’350 Verkaufsstellen machen den Sportwettenmarkt dort zu einem Netz, das sich nicht allein an Bildschirmen abspielt.

Der Deckel liegt hoch: Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Der Mindestkurs von 1.10 ist eine bemerkenswerte Regel, weil sie eine bestimmte Sorte Wettes ausschliesst: Sehr kurze Quoten lassen sich nicht kombinieren, um überhaupt Zugang zum Spiel zu bekommen. Der Höchstgewinn pro Kombi von CHF 300’000 ist gegen die Summengrenze von CHF 1’000’000 für alle Multiples zu lesen — bei mehreren grossen Kombinationen greift also nicht nur die einzelne Wette, sondern das Ganze.

Beides gehört zur Kategorie «Limite, die man erst bemerkt, wenn sie greift». Ein Wetter mit einem kleinen Einsatz wird sie nie erreichen; ein Wetter, dessen Kombination richtig läuft, wird sie erreichen und dann feststellen, dass die Auszahlung gedeckelt ist.

Der Mindestkurs von 1.10 verändert das Spiel noch an einer zweiten Stelle. Wer eine Kombination aus mehreren sehr kurzen Quoten baut, um das Risiko zu senken, verliert mit dieser Regel die Möglichkeit, sie überhaupt zu spielen — die einzige Strategie, die das System selbst nicht zulässt, ist eine spezielle Form des Kumulierens. Wer die Wette trotzdem will, muss auf eine andere Voraussage mit höherem Kurs ausweichen.

Die Bilanz ist damit klar: Jouez Sport ist das Angebot mit dem grössten Einzelgewinn-Potenzial der beiden Schweizer Häuser und zugleich dem strengsten Block auf sehr kurze Quoten in der Kombination. Der Leser, für den das passt, kennt seinen Spielplan in der Westschweiz und nutzt die Verkaufsstellen als Kontrollpunkt. Für alle anderen entscheidet der Wohnsitz.

Sportuna

Sportuna hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten, und eine gemeldete Lizenz aus einem anderen Land entfaltet hier keine Wirkung. Das hat vier Folgen, die sich nicht wegdiskutieren lassen: keine Aufsicht der Gespa, kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz bei Streitigkeiten — und die Möglichkeit, dass die Domains auf die Sperrliste kommen und per DNS blockiert werden.

Was das für einen Wetter heisst, ist nüchtern: Alles, was in den vorigen Abschnitten über Limiten, Sperren, Zahlungen auf den eigenen Namen und Steuerbehandlung stand, gilt hier nicht. Wer diese Marke dennoch anschauen will, hat genau einen Ort zu prüfen: deren eigene Bedingungen. Mehr gibt es nicht.

Man kann argumentieren, dass gerade der fehlende Schweizer Rahmen für den einen oder anderen attraktiv aussieht. Das ist die Verwechslung, die man nicht machen sollte. Was fehlt, ist nicht nur die Beschränkung, sondern auch die Rückversicherung, die sie trägt.

bet-at-home

bet-at-home gehört zur bekannten ersten Garde und wird im Schweizer Recht als Fall behandelt, nicht als Angebot. Die Gespa nennt die Marke im Zusammenhang mit dem Domain-Hopping: Blockierte Adressen werden innerhalb von Stunden durch neue ersetzt. Auf der Sperrliste nennt die Aufsicht auch bet365.

Der Mechanismus ist damit klar. Eine blockierte Adresse bedeutet nicht, dass das Angebot verschwindet; sie bedeutet, dass der Schweizer Zugang umgeleitet wird. Wer eine Domain findet, die gestern noch nicht funktionierte, hat keine Lücke gefunden, sondern nur eine jüngere Adresse. Was bleibt, ist ein Markt ohne Schweizer Aufsicht, in dem eine Kontrolle über die Aufsichtsbehörde nicht erreichbar ist.

Diese Kennzeichnung als «ohne Schweizer Bewilligung» ist keine Aussage über die Zahlungsmoral einer Marke. Sie ist eine Aussage über die Rechtsordnung, in der man sich befindet, wenn man dort spielt.

N1 Bet

N1 Bet trägt keine Schweizer Bewilligung. Damit gelten für diese Marke dieselben vier Folgen, die oben bei Sportuna stehen: keine Aufsicht, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, Sperrlisten-Potenzial.

Ein Satz zum Umgang mit solchen Namen: Fast alle ausländischen Marken werben mit einem lizenzierten Betrieb und nennen eine Aufsichtsbehörde in einem anderen Land. Diese Angabe ist für den Schweizer Spieler nicht falsch, aber auch nicht hilfreich: Ausländische Bewilligungen sind in der Schweiz nicht wirksam. Wer seinen Anspruch auf Schweizer Recht durchsetzen will, findet hier keinen Adressaten.

Bettilt

Bettilt ist ebenfalls ohne Schweizer Bewilligung im Umlauf, und die Einordnung bleibt dieselbe. Die Aufmerksamkeit, die diese Marken über Bonusangebote auf sich ziehen, ändert die Rechtslage nicht: Gratisspielguthaben braucht vorab die Zustimmung der Gespa, und eine Marke ohne Bewilligung operiert ausserhalb dieses Erfordernisses.

Es ist trotzdem sinnvoll, den Blick zu weiten. Der Nachteil einer Marke ohne Bewilligung ist nicht, dass dort schlechter gearbeitet würde, sondern dass dort niemand aufpasst. Genau das ist der Grund, warum die Schweizer Regelung so eng ist.

Jackbit

Jackbit fällt in dieselbe Kategorie: keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Auch hier ist die gemeldete Lizenz nicht festgestellt und hätte in der Schweiz ohnehin keine Wirkung.

Für einen Schweizer Leser, der gerade eine Zahlung leisten will, ist eine Frage entscheidend: Wohin geht das Geld, und unter welcher Jurisdiktion liegt es danach? Das ist keine rhetorische Frage. Bei einem Anbieter ohne Bewilligung untersteht das Guthaben nicht den Schweizer Regeln zu Zahlungsströmen und Identifikation.

Playzilla

Playzilla ist eine weitere Marke ohne Schweizer Bewilligung, und die Einordnung bleibt unverändert. Kein Anschluss an das Sperrregister bedeutet konkret: Wer sich wegen einer Spielsperre schützen will, ist hier nicht geschützt. Eine unbefristete Sperre gilt für die Schweizer Veranstalter und Casinos, nicht für einen Anbieter im Ausland.

Das ist die praktische Konsequenz, die Werbematerial nie nennt. Der Schutz, den man bei Swisslos ein- und ausschalten kann, existiert ausserhalb dieses Rahmens nicht.

Bahigo

Bahigo trägt ebenfalls keine Schweizer Bewilligung. Damit gilt: keine Gespa-Aufsicht, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, Sperrlisten-Potenzial.

Wer die Schweizer Regeln gewohnt ist, wird den Kontrast an kleinen Dingen merken. Hier gibt es keine Verlustlimite, die man vor der ersten Wette setzen muss, und keine 72-Stunden-Sperre für deren Erhöhung. Diese Mechanismen sind Schweizer Recht; sie folgen dem Wetter nicht ins Ausland.

Rollbit

Rollbit steht am Ende der Liste, und der Befund dieses Vergleichs ist nüchtern: Acht ausländische Marken mit unterschiedlichen Namen teilen eine Zeile in der Tabelle. Keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, keine Schweizer Aufsichtsbehörde.

Wer sportliche Vorhersagen für heute liest und umsetzen will, sollte über die rechtliche Frage entscheiden, bevor er über eine Quote entscheidet. Eine Vorhersage ist nur so gut wie ihr Rahmen — und der Rahmen ist hier Zürich oder Genf, nicht Curaçao.

Was das alles zusammen kostet

Zählt man die Posten zusammen, ergibt sich eine Liste, die kein Bonusprospekt zeigt. Rund 5 % Marge können in einer Quote mit 1.90 auf beiden Seiten stecken und tauchen auf keinem Wettschein auf. Ab der dritten Auszahlung im Jahr können bei Swisslos 3 % anfallen. Ein Gratisspielguthaben ist nicht auszahlbar. Ein Cash-Out bringt weniger als der offene Gewinn und lässt einen Boost verfallen. Und ein verpasster Gewinn verfällt nach 26 Wochen.

Die Verlustlimiten sind der einzige bekannte Mechaniker, der diese Liste begrenzt. Eine Verlustlimite von CHF 1’000 für 30 Tage setzt eine Obergrenze, die unabhängig davon gilt, wie überzeugend die nächste Prognose klingt — und die Erhöhung wird 72 Stunden lang nicht durchgehen. Wer heute Abend mit einer Prognose im Kopf einen höheren Wert will, wird das nicht können. Das ist keine Schikane. Es ist der einzige Punkt im System, an dem die Trägheit auf der Seite des Wetters steht.

Dazu kommt der Wohnsitz als Vorfilter. Aus Zürich ist das Swisslos-Vertragsgebiet erreichbar, aus Genf der Westschweizer Rahmen. Der Rest des Angebots, das eine Suchmaschine ausspuckt, fällt weg, wenn man die Standortfrage vor die Vergleichsfrage stellt. Das ist unangenehm für jeden Suchtext, aber die einzige Reihenfolge, die ein Leser nachher nicht bereut.

Was am Schluss bleibt, ist eine nüchterne Einordnung. Eine tägliche Vorhersage ist eine Aussage über Wahrscheinlichkeiten, keine über Gewinner. Sie kann ein Spiel besser verständlich machen und einen Markt lesen lehren. Sie kann einem Wetter nicht die Marge abnehmen, und sie kann ihm nicht das Geld zurückgeben, das ein Abend tatsächlich ausgegeben hat. Wer beides getrennt hält, liest jede Prognose mit dem richtigen Abstand.

Häufig gestellte Fragen zu Wettvorhersagen

Wie entsteht eine Wettvorhersage aus Form, Statistik und Quoten?

Sie entsteht aus drei Schritten: Daten sammeln, Wahrscheinlichkeiten schätzen, mit dem Preis vergleichen. Form, Ausfälle und Spielplan liefern den ersten Teil, die Quote den zweiten. Der Vergleich beider Zahlen ist die eigentliche Arbeit — und der einzige Teil, an dem ein Wetter überhaupt etwas entscheiden kann.

Warum ist keine Vorhersage sicher, und wie liest man eine Trefferquote richtig?

Kein Modell kennt Aufstellungen vor dem Anpfiff oder einen Platzverweis. Eine Trefferquote von 6 aus 10 ist bei Favoritenkursen nichts Besonderes, weil der Preis sie bereits einrechnet. Aussagekräftig wird sie erst neben der durchschnittlichen Quote: Erst beide Zahlen zusammen zeigen, ob unter dem Strich etwas übrig bleibt.

Was ist eine Value Bet, und wie unterscheidet sie sich von einem Tipp auf den Favoriten?

Eine Value Bet behauptet, dass ein Ergebnis wahrscheinlicher ist, als der Preis sagt. Ein Tipp auf den Favoriten behauptet nur, dass es wahrscheinlich ist. Das ist der ganze Unterschied: Bei der Value Bet trägt die eigene Schätzung das Risiko, beim Favoritentipp der Preis. Verwechseln sollte man die beiden nicht.

Dürfen Wetten über eine mobile Anwendung bei Swisslos und der Loterie Romande abgeschlossen werden?

Ja. Die Sporttip App gibt es für iOS und Android, und Wetten folgen denselben Regeln wie am Computer: dasselbe Konto, dieselben Verlustlimiten, dieselbe Spielsperre. Ein in der App zusammengestellter Wettschein lässt sich per QR-Code an einer Verkaufsstelle spielen. Für die Westschweiz gilt der entsprechende Rahmen der Loterie Romande.

Wie lässt sich ein Wettbudget mit Verlustlimiten pro Tag, Woche und Monat festlegen?

Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende bei Swisslos Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Senken wirkt sofort, erhöhen erst nach 72 Stunden. Setzt man die Werte nüchtern und vor dem ersten Abend, arbeiten sie für einen statt gegen einen.

Inhalt erstellt vom Team «zahlungenwettench»