Rugby-Wetten in der Schweiz: Was Quote, Bewilligung und Limite wirklich kosten
Ladevorgang...
Rugby ist in der Schweiz ein Nischensport, und das ist für den Spielenden kein Nachteil, sondern ein Rechenproblem. Wer hier eine Wette platzieren will, hat genau zwei Adressen mit Schweizer Bewilligung, dazu eine geschlossene Liste erlaubter Wettarten und eine Handvoll ausländischer Marken, die überhaupt nicht in der Schweiz zugelassen sind. Was all das zusammen kostet — in Marge, in Limiten, in Steuerfreiheit oder deren Gegenteil —, ist der eigentliche Inhalt dieser Seite.
Stand: Oktober 29, 2026. Die Bewilligungsangaben wurden gegen den Geldspielgesetz-Rahmen (BGS, SR 935.51) und die Aufsicht durch die Gespa abgeglichen.
Das Spielfeld zuerst: wie ein Rugbyspiel abläuft und was gewettet wird
Bevor irgendeine Quote Sinn ergibt, muss klar sein, was da eigentlich gespielt wird. Rugby Union ist die Variante, die in der Schweiz ganz überwiegend gemeint ist, wenn jemand von Rugby redet, und sie hat Regeln, die jede Wettart unmittelbar prägen.

| Kategorie | Details |
|---|---|
| Spielzeit | Zwei Halbzeiten zu je 40 Minuten |
| Pause | 15 Minuten zwischen den Halbzeiten |
| Wertung: Versuch | 5 Punkte |
| Wertung: Erhöhung | 2 Punkte |
| Wertung: Straftritt | 3 Punkte |
| Wertung: Dropgoal | 3 Punkte |
| Spieler auf dem Feld | 15 pro Mannschaft, dazu sieben oder acht Auswechselspieler |
Zwei Dinge in dieser Tabelle sind für Wettende unmittelbar geldrelevant. Erstens: Unterbrechungen zählen nicht zur Spielzeit. Ein Rugbyspiel dauert im TV deutlich länger als 80 Minuten, und wer in der 78. Minute live auf ein Punkteband setzt, muss wissen, dass die Uhr für Verletzungsbehandlungen, Videoentscheidungen und Gedränge stehenbleibt. Die tatsächliche Spielzeit ist der Massstab, den die Regularien der Veranstalter meinen.
Zweites: Die Punkteverteilung erzeugt Bandbreiten, die es in kaum einem anderen Teamsport gibt. Ein einziges Spiel kann durch zwei Versuche in den letzten Minuten um zehn Punkte kippen — bei einem Fussballspiel wäre das ein halbes Dutzend Tore. Für Handicap- und Punktewetten heisst das: Die Streuung ist grösser, und der Spielende bezahlt diese Streuung über die Quote.
Im Rugby Union spielen 15 Spieler pro Mannschaft auf dem Feld; dazu kommen sieben oder acht Auswechselspieler. Wer die Aufstellung nicht kennt, wettet auf eine halbe Mannschaft.
Der Spielplan entscheidet, welche Turniere überhaupt auf dem Wettschein landen
Rugby hat einen Turnierkalender, der sich in klar getrennte Blöcke ordnet, und jeder Block bringt andere Märkte mit. Zu wissen, welcher gerade läuft, ist praktisch wertvoller als jede Formtabelle.
Die Rugby-Union-Weltmeisterschaft der Männer wird seit 1987 alle vier Jahre ausgetragen. Die erste fand in Australien und Neuseeland mit 16 Nationen statt. Aktuell nehmen 20 Mannschaften teil, ab 2027 sind es 24. Die nächste WM steigt 2027 in Australien, die übernächste 2031 in den USA. Für Spielende in der Schweiz bedeutet das schlicht: Es gibt Jahre, in denen das Rugby-Wettprogramm eines Veranstalters sehr dünn ist, und dann wieder Wochen, in denen sich alles um ein einziges Turnier dreht.
Südafrika ist mit vier Titeln (1995, 2007, 2019, 2023) Rekordweltmeister im Rugby Union und gewann das Finale 2023 in Frankreich mit 12:11 gegen Neuseeland. Ein Finale, das mit einem Punkt Abstand endet — genau die Konstellation, die Überlegungen zu Handicap-Wetten interessant und Punktewetten riskant macht.
In der Gruppenphase der Rugby-Union-Weltmeisterschaft spielen vier Gruppen mit je fünf Teams jeder gegen jeden. Ein Sieg bringt 4 Punkte, ein Unentschieden 2, einen Bonuspunkt gibt es für vier oder mehr Versuche oder für eine Niederlage mit höchstens sieben Punkten Abstand. Die beiden Besten jeder Gruppe erreichen das Viertelfinale. Diese Bonuspunkt-Regel ist der Grund, warum in der Gruppenphase oft auf Angriff gespielt wird, selbst wenn ein Spiel längst entschieden ist — und sie ist der Grund, warum Versuchsmärkte dort lebhafter sind als die reine Siegerwette.
Anders der europäische Klassiker: Am Six Nations nehmen England, Frankreich, Irland, Italien, Schottland und Wales teil. Gespielt wird jeder gegen jeden in fünf Runden, das Heimrecht wechselt jährlich. Seit der Saison 2017 gibt es für einen Sieg 4 Punkte, für ein Unentschieden 2, einen Bonuspunkt für vier oder mehr Versuche und einen Bonuspunkt für eine Niederlage mit weniger als 8 Punkten Differenz. Die Six Nations wurden 2025 und 2026 von Frankreich gewonnen; Rekordsieger sind England und Wales mit je 39 Siegen.
Für die Wettpraxis heisst das: Wer auf Six Nations setzt, hat es mit einem Format zu tun, in dem ein knapper Verlust sportlich fast so viel wert ist wie ein knapper Sieg. Das verändert nicht die Quote, aber es verändert, wie Mannschaften spielen — und damit, wie Punktewetten ausgehen.
Ein Hinweis, der hier hingehört: Der Sportverband World Rugby wurde 1886 als International Rugby Board gegründet, hat seinen Sitz in Dublin und zählt 120 nationale Verbände, davon 102 Vollmitglieder und 18 assoziierte Mitglieder. Der Verband organisiert den Spielplan, nicht die Wette. Was davon auf einen Schweizer Wettschein darf, entscheidet eine Behörde — und genau darum geht es im Abschnitt «Rechtslage».
Rechtslage: wer Rugby-Wetten anbieten darf und was vom Spielplan übrig bleibt
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e). Beaufsichtigt wird das von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat, das seit dem 1.1.2021 in Kraft ist. Die Eidgenössische Spielbankenkommission ist hier nicht zuständig — sie beaufsichtigt nur Casinos. Diese Unterscheidung ist keine Formalie: Wer sich über Spielerschutz in der Schweiz informiert und dabei bei der falschen Behörde landet, liest über Kasinogeld und nicht über Sportwetten.

Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS) und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es gibt keine Liste weiterer zugelassener Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domänen.
Was gewettet werden darf, ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie aufgeführt sind; Frauenwettkämpfe nur, wenn sie aufgeführt sind; Ranking-Wetten nur, wenn das Ranking über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet; Wetten auf Trainingsläufe gar nicht. Auf der Liste finden sich keine Eck- oder Kartenmärkte und keine Esport-Sektion. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Das ist der Punkt, an dem der Nischensport Rugby für den Spielenden teuer wird. In der Schweiz ist auf Rugby nur setzbar, soweit die Liste das entsprechende Ereignis und die entsprechende Wettart führt. Ein Buchmacher mit Bewilligung darf nicht einfach ein interessantes Spiel ins Programm nehmen, weil es gerade läuft. Livewetten sind erlaubt — vor dem Spiel und live —, wo der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat. Das BGS kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Livemärkte.
Cash-Out ist nicht reguliert. Es ist ausschliesslich eine Funktion des jeweiligen Veranstalters und keine Zusage des Gesetzgebers.
Zu den Sportarten, die auf der Liste nicht auftauchen, gehört Esport; die Gespa-Liste führt dazu keine Sektion.
Auch die Werbung unterliegt Regeln, und diese Regeln treffen den Spielenden indirekt. Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für Geldspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Eine Sperrstunde für Werbung gibt es nicht.
Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und Bonusbedingungen stammen ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters — eine Zahl, die im Werbebanner steht, ohne dass die Bedingungen sie decken, ist keine Zusage.
Was die Bewilligung wert ist — und was sie den Spielenden wert sein muss
Der Schweizer Weg ist nicht der liberale. Er ist der teure.
Für den Spielenden bedeutet die Bewilligung konkret: ein Spielerkonto auf den eigenen Namen, eine verifizierte Identität, Einsätze und Gewinne nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen oder Auszahlungen in Kryptowährung gibt es im bewilligten Schweizer Sportwettangebot nicht. Kredit an Spielende ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Dazu kommt ein Anschluss an das schweizweite Sperrregister, das über Kantone und Casinos hinweg gilt.
Wer das als Gängelung liest, sollte die Gegenseite sehen: Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gibt es diesen Anschluss nicht, es gibt kein Schweizer Recht, auf das man sich berufen könnte, und es gibt keine Schweizer Aufsicht, die eine Beschwerde aufnimmt.
Ein ausländisches Angebot hat in der Schweiz keine Geltung. Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land entfaltet hier keine Wirkung (Art. 4 BGS). Das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar — bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft (BJ), aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.
Was es gegen unerlaubte Anbieter gibt, ist ein DNS-Werkzeug, kein Zahlungswerkzeug. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domänen, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS). Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domänen. Blockierte Domänen werden innerhalb von Stunden ersetzt — dieses Domain-Hopping benennt die Gespa selbst, unter anderem mit Interwetten und Bet-at-Home; bet365 nennt sie als auf der Liste stehend. Der Spielende merkt davon wenig, der Anbieter noch weniger.
Und die Schweiz hat kein Instrument, das Zahlungen an unerlaubte Wettanbieter sperrt. Wer eine solche Behauptung liest, hat sie nicht aus dem Gesetz.
Wo die Grenze verläuft, ehrlich gezogen
Die Grenze verläuft zwischen zwei Paketen, und keines ist per se das vernünftige.
Auf der bewilligten Seite: voller Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzanforderung und eine Identitätsprüfung. Auf der ausländischen Seite: ein grösseres Wettprogramm — und kein Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht. Gewinne ausländischer Anbieter sind steuerlich nach kantonalem Recht zu behandeln, und die kantonale Praxis kann sie als volles Einkommen erfassen.
Wer das eine als «die sichere Wahl» verkauft und das andere als «die günstige», verkauft ein Schlagwort. Der Unterschied liegt in der Frage, was einem passiert, wenn etwas schiefgeht.
Was Spielende schützt: Verlustlimiten, Spielsperre und die Grenzen des Systems
Sportwetten stehen in der Schweiz Personen ab 18 Jahren offen; Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen (Art. 72 BGS). Pro Spieler gibt es ein Konto mit verifizierter Identität (Art. 47–52 VGS).
Die Limiten setzt der Spielende selbst, nicht der Staat. Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung greift von Gesetzes wegen nach 24 Stunden. Swisslos und die Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Ein gesetzlicher fester Einzahlungsdeckel existiert in der Schweiz nicht.
Bei Swisslos läuft das praktisch so: Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Die Staffelung nach Alter ist der Punkt, den man beim Überfliegen übersieht. Zwischen 18 und 21 Jahren liegt die Grenze bei einem Zehntel der allgemeinen Oberlimite — und weil diese Grenze nicht der Staat zieht, sondern der Veranstalter, ist sie eine Bedingung, die im eigenen Regelwerk steht und dort auch nachgelesen werden kann.
Die Spielsperre ist das schärfere Werkzeug. Sie erfasst überschuldete oder suchtgefährdete Personen sowie die Selbstsperre und wird in einem gemeinsamen Register gesperrter Personen geführt (Art. 80–82 BGS). Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).
Diese letzte Regel ist die, über die am wenigsten gesprochen wird. Wer gesperrt ist und trotzdem einen Gewinn erzielt, hat keinen Anspruch darauf. Die Sperre ist keine Pause auf Bewährung, sondern eine Grenze mit Konsequenz.
Und ein Befund, der in keine Werbebroschüre passt: Die Gespa führte 2025 Testkäufe durch. An Verkaufsstellen wurde in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer den Schutz an Verkaufsstellen als streng darstellt, stellt ihn falsch dar. Das gilt nicht für das Online-Konto mit verifizierter Identität — dort greift die Altersprüfung technisch —, aber es gilt für den Weg, den viele junge Spielende tatsächlich nehmen.
Livewetten auf Rugby sind in diesem Zusammenhang kein Sonderfall, sondern ein Verstärker. Quoten verändern sich innerhalb von Minuten, und eine Entscheidung, die man in der 70. Minute trifft, ist eine andere als die am Vorabend. Genau deshalb ist die Verlustlimite das Instrument, das hier vorab wirkt und nicht erst im Moment.
Generalinformation, kein Steuerrat: Wer wissen will, wie die eigenen Gewinne behandelt werden, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Von der Siegerwette bis zur Punktwette: was jede Wettart kostet
Vier Wettarten tragen das Rugby-Programm, und sie unterscheiden sich nicht in erster Linie im Reiz, sondern im Risiko. Die Siegerwette ist die einfachste: eine Mannschaft gewinnt, Punkt. Handicap-Wetten verschieben das Ergebnis um eine vorgegebene Punktzahl, damit auch ein klarer Favorit noch eine faire Quote bekommt. Punktewetten setzen auf ein Über- oder Unterschiessen einer Marke. Und Kombiwetten bündeln mehrere Voraussagen in einem Wettschein.
Der Sprung liegt in der Kombination. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen zu einem einzigen Preis. Aus zwei Quoten von je 1.90 werden 3.61. Das klingt grosszügig, ist es aber nicht: Die Marge des Veranstalters multipliziert sich mit. Steckt in jedem Markt eine Marge, liegen zwei Märkte nicht bei doppelter, sondern bei mehr als doppelter Belastung.
Die Marge im Rugby-Markt: eine Beispielrechnung
Hier wird es konkret. Nehmen wir einen Markt mit zwei möglichen Ausgängen — Sieg der einen oder der anderen Mannschaft, Unentschieden ausgeschlossen, wie es bei einem Rugby-Markt mit Zweiweg-Ausgang üblich ist — und setzen wir für beide Seiten eine Quote von 1.90 an. Das sind Beispielquoten, keine zitierten Preise eines Veranstalters; es geht um das Rechenmuster, und das gilt für jeden Zweiwegmarkt.
Was zahlt dieser Markt insgesamt aus? Der Auszahlungsquotient ist der Kehrwert der Summe der Kehrwerte aller Quoten im selben Markt. Bei zwei Quoten von 1.90 summiert sich das auf 1/1.90 + 1/1.90. Der Auszahlungsquotient liegt bei etwa 95 Prozent, die Marge damit bei rund 5 Prozent.
Diese 5 Prozent sind kein Abzug vom Gewinn, sondern der Anteil am gesamten Einsatzvolumen dieses Marktes, den der Veranstalter für sich behält. Der Spielende sieht ihn nie als Zeile auf dem Wettschein. Er sitzt in beiden Quoten gleichzeitig.
Und der Bereich, in dem die Marge tatsächlich liegt, ist eine Bandbreite mit Bedingung. Bei einem Zweiwegmarkt mit zwei gleich hohen Quoten ergibt sich ein Auszahlungsquotient von rund 95 Prozent — das ist die Rechnung oben. Sobald die beiden Quoten auseinandergehen, ändert sich die Zahl: Liegt eine Seite bei 1.50, die andere bei 2.40, sinkt der Auszahlungsquotient deutlich unter 95 Prozent. Der ungünstigste Fall ist der Markt mit drei Ausgängen, etwa mit Unentschieden. Wer einen Dreiwegmarkt mit 3.20 / 3.40 / 2.10 sieht, hat es mit einem Auszahlungsquotienten im Bereich von knapp unter 90 Prozent zu tun — eine Marge, die das Doppelte der Zweiweg-Beispiels beträgt.
Die Bedingung, an der die Zahl hängt, ist also die Zahl der möglichen Ausgänge im selben Markt. Je mehr Ausgänge, desto mehr Marge, und desto weniger auffällig, weil die Quoten einzeln betrachtet vernünftig aussehen. Eine Quote von 2.10 auf einen Favoriten wirkt nicht teuer. In einem Dreiwegmarkt ist sie es oft.
Genau hier setzt die Livewette an. Bei einer Livewette liegt die Marge typischerweise über der des Vorabmarktes, weil der Veranstalter das Risiko einer sich bewegenden Quote tragen muss — und weil die Quoten sich innerhalb von Minuten verschieben, muss der Spielende den Markt zweimal lesen: einmal vor dem Anpfiff, einmal im Spiel. Wer den Vergleich nur einmal anstellt, vergleicht nicht.
Zwei Mechanismen von Swisslos gehören in dieselbe Rubrik. Quotenboosts gelten nur online, nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Ein «Boost» ist also eine Erhöhung, die an eine Bedingung geknüpft ist, deren Verletzung sie vollständig wegnimmt.
Für die Praxis heisst das: Wer zwei Märkte mit je 5 Prozent Marge kombiniert, liegt nicht bei 5 Prozent, sondern bei rund 10 Prozent — und ein «Boost» von 20 Prozent auf einen Markt mit 10 Prozent Marge ist ein Nullsummenspiel, sobald der Cash-Out ins Spiel kommt.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1. Der Höchsteinsatz liegt bei CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der Mindesteinsatz von CHF 1 ist bemerkenswert niedrig und für kleine Budgets der eigentliche Vorteil des Schweizer Angebots. Die Obergrenze von CHF 1’000 pro Einzelwette ist der eigentliche Nachteil für grosse.
Beim Thema Auszahlung gibt es eine Regel, die man kennen muss, bevor man sie braucht. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Bei einem Rugbyspiel heisst das: Wer auf den Sieger setzt und das Spiel geht in die Verlängerung, hat möglicherweise auf die reguläre Spielzeit gewettet, ohne es zu wissen.
Die K.-o.-Regeln im Rugby Union sind dafür der Grund. Bei Unentschieden nach regulärer Spielzeit gibt es zwei Verlängerungen zu je 10 Minuten mit 5 Minuten Pause. Steht es nach 100 Minuten noch unentschieden, folgt eine 20-minütige Verlängerung mit Sudden Death. Fallen dort keine Punkte, entscheidet ein Straftrittschiessen. Ein Spiel kann also nach 80 Minuten entschieden sein oder nach 120 — und welche der beiden Zeiten zählt, steht in den Bedingungen des Veranstalters, nicht auf dem Schirm.
Cash-Out als Funktion, nicht als Recht
Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn. Er hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Verfügbar ist er für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Diese Sätze sind wichtiger, als sie aussehen. Wer mit Cash-Out plant, plant mit einer Option, die der Veranstalter jederzeit streichen kann, und mit einem Preis, der unter dem liegt, was die Wette im Erfolgsfall gebracht hätte. Der Ausstieg ist kein Werkzeug zum Geldverdienen, sondern eines zum Verlustbegrenzen — und beide Zahlen, der Ausstiegspreis und der mögliche Gewinn, stehen nie gleichzeitig auf dem Bildschirm.
Die zehn Anbieter im Vergleich: was die Bewilligung in Zahlen bedeutet
Die Einordnung, die den ganzen Vergleich trägt, ist eine einzige Frage: Hat das Haus eine Schweizer Bewilligung, oder hat es keine. Alles andere — Wettprogramm, Limiten, Auszahlungsregeln — folgt diesem Kriterium nach.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter bzw. angegebene Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos (Sporttip) | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande (Jouez Sport) | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| Rollbit | ohne Schweizer Bewilligung | nicht festgestellt; keine Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| 1xBet | ohne Schweizer Bewilligung | nicht festgestellt; keine Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| 1Bet | ohne Schweizer Bewilligung | nicht festgestellt; keine Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Sportaza | ohne Schweizer Bewilligung | nicht festgestellt; keine Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BetAlright | ohne Schweizer Bewilligung | nicht festgestellt; keine Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BassBet | ohne Schweizer Bewilligung | nicht festgestellt; keine Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BetFury | ohne Schweizer Bewilligung | nicht festgestellt; keine Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Betwinner | ohne Schweizer Bewilligung | nicht festgestellt; keine Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
Zwei Zeilen in dieser Aufstellung unterscheiden sich von den acht anderen, und zwar in jeder Spalte. Der Unterschied ist nicht graduell. Bei den beiden Schweizer Veranstaltern folgt aus der Bewilligung ein ganzes Paket: Limiten nach eigenem Regelwerk, Anschluss an das Sperrregister, Auszahlung nur auf ein Konto im eigenen Namen, keine Kreditvergabe, Steuerfreiheit der Gewinne unterhalb des Freibetrags. Bei den acht ausländischen Marken folgt aus der fehlenden Bewilligung genau das Gegenteil: kein Anschluss an das Register, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht — und Gewinne, die nach kantonalem Steuerrecht behandelt werden.
Die acht ausländischen Marken stehen hier, weil Schweizer Spielende ihnen begegnen. Sie stehen hier nicht als Empfehlung. Werbung für Geldspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, ist strafbar (Art. 74 Abs. 3 BGS), und diese Seite beschreibt und bewertet, sie wirbt nicht.
Swisslos Sporttip: das Haus mit der zweitgrössten Reichweite und dem kleinsten Einsatz
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung ist eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem BGS (SR 935.51), beaufsichtigt von der Gespa — einer der beiden Veranstalter, die das interkantonale Recht zulässt.
Das Vertragsgebiet ist der Punkt, an dem sich für viele die Frage entscheidet, bevor sie sich überhaupt stellt. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Ein Online-Konto steht nur Personen offen, die in diesem Gebiet wohnhaft sind. Wer in Genf oder Waadt lebt, kommt hier nicht hinein — nicht wegen fehlender Bereitschaft, sondern wegen eines Gebietsschutzes, den die Kantone selbst errichtet haben.
Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Das ist mehr Aufwand als bei jedem ausländischen Anbieter — und es ist die Voraussetzung dafür, dass die Verlustlimiten überhaupt an einer Person hängen und nicht an einer E-Mail-Adresse.
Die Zahlen des Unternehmens sind ebenfalls eine Einordnung wert. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024. Diese CHF 109 Mio. sind kein Abfallprodukt, sondern der eigentliche Grund, warum der Bund den Markt so eng hält: Der Ertrag geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS). Sportwetten finanzieren hier den Sport — auch den, auf den gewettet wird.
Urteil. Der Mindesteinsatz von CHF 1 und die Verlustlimiten mit Altersstaffelung machen Sporttip zum vernünftigsten Einstieg für kleine Budgets und für Einsteiger. Die CHF 1’000 pro Einzelwette sind die Kehrseite: Wer grösser spielen will, stösst an eine Grenze, die der Veranstalter jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern kann. Und wer nicht im Vertragsgebiet wohnt, kommt gar nicht erst an den Tisch.
Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Paket, sechs Kantone, andere Bedingungen
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Die Bewilligungsstruktur ist dieselbe wie bei Swisslos: Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem BGS, beaufsichtigt von der Gespa.
Wer in Freiburg oder im Wallis wohnt, hat überhaupt nur diese eine bewilligte Adresse. Das ist keine Wahl, sondern eine Zuteilung. In der Deutschschweiz ist Sporttip die einzige bewilligte Adresse, in der Westschweiz Jouez Sport — und die beiden überschneiden sich nicht.
Die 2’350 Verkaufsstellen sind in diesem Zusammenhang mehr als eine Randnotiz. Sie sind der Kanal, über den ein erheblicher Teil des Umsatzes läuft — und derselbe Kanal, an dem die Testkäufe der Gespa 2025 in 47.5 % der Fälle eine Wette an eine minderjährige Person verkauft haben. Das ist ein Befund zum Vertriebsweg, nicht zum Regelwerk, und er trifft beide Veranstalter über die Verkaufsstellen gemeinsam.
Die Angaben zum Produkt sind dünner als bei Swisslos, und das ist eine Beobachtung über die Aussenkommunikation, nicht über das Angebot. Was sich mit Bestimmtheit sagen lässt: Ein Online-Konto steht nur Personen offen, die in den sechs Kantonen FR, GE, JU, NE, VD oder VS wohnhaft sind. Wer in Zürich lebt, kann hier kein Konto eröffnen, und wer in Genf lebt, kann es bei Sporttip nicht.
Urteil. Für Spielende in der Westschweiz ist Jouez Sport die einzige Wahl mit Schweizer Bewilligung — das macht die Entscheidung einfach und die Alternative, nämlich eine ausländische Marke, umso weniger attraktiv. Die Verkaufsstellendichte ist die grösste Stärke des Angebots und gleichzeitig der Kanal, an dem der Jugendschutz nachweislich am schwächsten sitzt.
Rollbit: ein ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung
Rollbit hat keine Schweizer Bewilligung. Eine angegebene Bewilligung aus einem anderen Land ist nicht festgestellt, und sie hätte in der Schweiz ohnehin keine Geltung (Art. 4 BGS). Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten.
Das bedeutet für den Spielenden konkret: keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg bei Streitigkeiten, keine Schweizer Aufsicht, die eine Beschwerde prüft. Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Die Domäne des Anbieters kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden.
Urteil. Ein Schweizer Spielende, der hier landet, tauscht ein geregeltes Verhältnis gegen ein ungeregeltes — und der Preis dafür steht in keiner Quote.
1xBet: ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung
1xBet besitzt keine Schweizer Bewilligung. Eine angegebene Lizenz ist nicht festgestellt, und ausländische Papiere haben in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS).
Es gilt dasselbe Paket wie bei jedem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung: kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht, Einzug von Einsätzen und Gewinnen in einem Verfahren gegen den Anbieter möglich, Sperrliste und DNS-Blockade als Gegenmassnahme der Gespa.
Urteil. Die Reichweite des Wettprogramms ersetzt keine Aufsicht, und sie ersetzt auch nicht den Weg, den ein Gewinn im Streitfall nehmen müsste — nämlich keinen.
1Bet: ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung
1Bet verfügt über keine Schweizer Bewilligung. Eine angegebene Lizenz ist nicht festgestellt; in der Schweiz entfaltet sie keine Wirkung (Art. 4 BGS).
Für Spielende aus der Schweiz bleiben die Folgen dieselben: kein Anschluss an das schweizweite Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht. Die Domäne kann auf die Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden.
Urteil. Wer die Wahl zwischen einem geregelten und einem ungeregelten Verhältnis hat, sollte den Unterschied nicht an der Grösse des Wettprogramms messen.
Sportaza: ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung
Sportaza weist keine Schweizer Bewilligung auf. Eine angegebene Lizenz ist nicht festgestellt; in der Schweiz hätte sie keine Geltung (Art. 4 BGS).
Es bleibt bei den drei Punkten, die ausländische Angebote von der Schweizer Aufsicht trennen: kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht. Dazu die Möglichkeit der Sperrliste und der DNS-Blockade.
Urteil. Der Anbieter steht in derselben Kategorie wie jede andere Marke ohne Bewilligung — und die Kategorie, nicht das Detail, ist hier die Information.
BetAlright: ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung
BetAlright hat keine Schweizer Bewilligung. Eine angegebene Bewilligung aus einem anderen Land ist nicht festgestellt und hätte in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS).
Für den Spielenden bedeutet das: kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht. Die Domäne kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden. Gewinne aus ausländischen Anbietern sind steuerlich nach kantonalem Recht zu behandeln.
Urteil. Dass ein Gewinn aus dem Ausland in der Schweiz nicht der Verrechnungssteuer unterliegt, ist kein Vorteil, sondern die Kehrseite davon, dass er steuerlich ganz anders eingeordnet werden kann.
BassBet: ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung
BassBet operiert ohne Schweizer Bewilligung. Eine angegebene Lizenz ist nicht festgestellt und hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS).
Es gilt das bekannte Muster: kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht, Einzugsmöglichkeit bei Einsätzen und Gewinnen in einem Verfahren gegen den Anbieter, Sperrliste und DNS-Blockade als Aufsichtsmassnahme.
Urteil. Die fehlende Anbindung an das Sperrregister ist der Teil, den Spielende am wenigsten bemerken — und der am meisten kostet. Wer sich selbst sperren will, sperrt sich hier auf freiwilliger Basis und ohne schweizweite Wirkung.
BetFury: ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung
BetFury bietet Spiele ohne Schweizer Bewilligung an. Eine angegebene Lizenz ist nicht festgestellt und entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS).
Für Spielende aus der Schweiz bleiben die Konsequenzen identisch: kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht. Die Domäne kann auf die Sperrliste gesetzt werden, und Gewinne werden nach kantonalem Steuerrecht eingeordnet.
Urteil. Kein Schweizer Ansprechpartner bedeutet auch: Wenn der Auszahlungsvorgang stockt, gibt es keine Stelle in der Schweiz, die Auskunft geben müsste.
Betwinner: ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung
Betwinner operiert ohne Schweizer Bewilligung. Eine angegebene Lizenz ist nicht festgestellt, und ohne Schweizer Bewilligung hätte eine ausländische keine Geltung (Art. 4 BGS).
Damit gelten die drei Trennlinien zur bewilligten Seite: kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht. Die Sperrliste der Gespa und die DNS-Blockade durch Schweizer Telekom-Anbieter bleiben das einzige Werkzeug, das die Schweiz hier einsetzt.
Urteil. Acht Namen ohne Bewilligung sind achtmal dieselbe Antwort auf die einzige Frage, die den Vergleich trägt — und die Antwort lautet nein.
Steuerfrage: was von einem Gewinn übrig bleibt
Gewinne aus schweizerisch erlaubten Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn und werden erst darüber besteuert. Die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, nach CHF 1’070’400 im Jahr 2025. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt: je nach Kanton. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückgeholt wird.
Für den typischen Wettenden heisst das: Ein Gewinn bleibt unterhalb der Schwelle, und es fällt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an. Eine Steuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht.
Der Kontrast gehört in denselben Abschnitt, weil er den Vergleich entscheidet. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis kann sie als volles Einkommen erfassen — die Praxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als steuerbares Einkommen. Wer das ausländische Angebot wegen eines scheinbar günstigeren Steuerstatus wählt, wählt möglicherweise das teurere.
Was dieser Abschnitt nicht liefert: eine verbindliche Auskunft. Für die eigene Situation ist ein Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung die richtige Adresse.
Was die Einsätze tatsächlich kosten: eine Gegenüberstellung
Rechnen wir den Schweizer Weg durch, mit den Zahlen, die auf dieser Seite stehen.
Ein Spielender setzt CHF 1 auf einen Zweiwegmarkt mit Beispielquoten von 1.90 / 1.90. Gewinnt die Wette, zahlt sie CHF 1.90 zurück, der Nettogewinn beträgt CHF 0.90. Bei einem Auszahlungsquotienten von rund 95 Prozent behält der Markt im Durchschnitt etwa 5 Rappen pro Franken. Der Gewinn kommt völlig steuerfrei an: unter dem Freibetrag, keine Verrechnungssteuer.
Dieselbe Einsätze auf einen Dreiwegmarkt mit Quoten 3.20 / 3.40 / 2.10 gestellt: Der Auszahlungsquotient liegt knapp unter 90 Prozent, die Marge also bei über 10 Prozent. Bei gleichem Einsatz und gleicher Trefferquote kostet derselbe Betrag also rund doppelt so viel.
Und dasselbe bei einem Anbieter ohne Bewilligung, angenommen die Quoten wären identisch: Der Gewinn ist steuerlich nach kantonalem Recht zu behandeln, es gibt keinen Anschluss an das Sperrregister, und im Streitfall gibt es in der Schweiz keinen Rechtsweg. Der Preis steht nicht auf dem Wettschein. Er wird fällig, wenn es darauf ankommt.
Wer einen Bonus prüft, sollte genau diesen Vergleich anstellen, bevor er zugreift. Ein «Gratisspielguthaben» oder eine «Gratiswette» braucht in der Schweiz die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). Bei einer Gratiswette wird der Einsatz nicht mit dem Gewinn zurückbezahlt — der Wert liegt unter dem Wert einer Wette auf eigene Kosten, und zwar um genau den Einsatz. Ein Angebot ist erst dann zu bewerten, wenn Betrag, Bedingungen, Mindestquote und Frist zusammen auf dem Tisch liegen. Beträge und Bedingungen stammen ausschliesslich aus den Bedingungen des Veranstalters. Die zwei bewilligten Schweizer Häuser führen ihre eigenen Bedingungen — dort steht, was gilt.
Dieser Abschnitt ist eine statistische Schätzung, kein Versprechen. Er beschreibt, was ein Markt durchschnittlich abschöpft, nicht, was eine einzelne Wette einbringt.
Wie ein Spielender in der Schweiz zu einem Rugby-Wettschein kommt
Die Reihenfolge ist praktisch, und sie stolpert an klar benennbaren Stellen.
Zuerst die Zugehörigkeit: Ein Konto lässt sich nur dort eröffnen, wo die eigene Wohnregion liegt — im Swisslos-Vertragsgebiet für Sporttip, in FR, GE, JU, NE, VD oder VS für Jouez Sport. Wer ausserhalb wohnt, findet bei beiden kein Konto und hat damit keine bewilligte Option.
Dann die Identitätsprüfung: mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Gebiet, keine bestehende Spielsperre, ein Konto pro Person. Der Ausweis wird hochgeladen, die Daten werden gegen Adress-Datenbanken geprüft. Das dauert, und es ist der Teil, an dem ein ungeduldiger Spielende zum ausländischen Anbieter abbiegt — genau an der Stelle, an der das Paket entsteht, das ihn später schützt.
Danach die Limiten, und sie kommen zwingend vor der ersten Wette: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, dazu optional eine Einzahlungslimite für 30 Tage. Wer die eigene Verträglichkeit kennt, setzt sie hier niedrig und lässt sich die 72 Stunden gefallen, die eine Erhöhung kostet. Diese Wartezeit ist unbequem und genau deshalb wirksam.
Dann die Sportart: Handelt es sich um ein Ereignis und eine Wettart, die auf der Gespa-Liste stehen? Qualifikationsrunden, Frauenwettkämpfe und Ranking-Wetten sind nur dann dabei, wenn sie ausdrücklich gelistet sind. Wer eine Wette nicht findet, hat oft nicht einen Bedienfehler gemacht, sondern eine Grenze berührt.
Und schliesslich der Markt selbst, mit dem Doppelblick: einmal vor dem Anpfiff, einmal im Spiel. Bei Sporttip heisst das, die Quoten und die Marge im Vorabmarkt zu lesen und dann zu prüfen, ob eine Livewette im selben Markt günstiger aussieht. Sie sieht selten günstiger aus. Das ist der Punkt, an dem man aufhört, den Markt zu vergleichen, und anfängt, ihn zu lesen.
Wer klein einsteigen will, findet bei Sporttip eine interessante Konstellation: Mindesteinsatz CHF 1, Verlustlimite unter 21 Jahren bei CHF 1’000 über 30 Tage. Aus CHF 1 Einsatz auf Quote 1.90 werden bei Gewinn CHF 1.90 zurück — netto CHF 0.90, steuerfrei. Das ist kein grosses Geld. Es ist aber Geld, das nicht verschwindet, weil sich die Regeln unterwegs geändert haben.
Anbieter im Vergleich: die Einordnung in einem Blick
Wer die zehn Marken nach ihrer Bewilligung ordnet — und nach dieser Frage muss man sie ordnen, alles andere folgt —, sieht zwei Gruppen, die sich nicht überlappen. Zwei Schweizer Veranstalter mit vollständigem Schutzpaket, in getrennten Kantonsgebieten und ohne Überschneidung. Acht ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung, jede mit derselben Konsequenz: kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht.
Innerhalb der bewilligten Seite gibt es echte Unterschiede, und sie sind praktischer Natur: Der Mindesteinsatz von CHF 1, die Höchstgrenze von CHF 1’000 pro Einzelwette und die Altersstaffelung der Verlustlimiten auf der einen Seite, die 2’350 Verkaufsstellen und sechs Kantone auf der anderen. Wer in Zürich oder Bern wohnt, hat eine Wahl, die keine ist. Wer in Genf oder Sitten wohnt, auch.
Wer Rugby wettet, sollte die Turnierfrage vor die Anbieterfrage stellen. In einem WM-Jahr steht ein anderes Programm bereit als in einem Six-Nations-Frühjahr — und die Gespa-Liste entscheidet jedenfalls, was davon überhaupt angeboten werden darf. Die Marge bleibt in jedem Fall in der Quote, ob im Vorabmarkt oder live, ob auf einen Favoriten oder auf einen Aussenseiter. Sie ist der eine Kostenfaktor, der immer anwesend ist und nie auf dem Wettschein steht.
Häufige Fragen zu Rugby-Wetten in der Schweiz
Darf man in der Schweiz überhaupt auf Rugby wetten, und bei wem?
Ja, aber nur bei den beiden Veranstaltern mit Schweizer Bewilligung: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Sie bedienen je eigene Kantonsgebiete, und ein Online-Konto steht nur Personen offen, die dort wohnhaft sind. Ausländische Marken dürfen in der Schweiz keine Sportwetten anbieten.
Was gilt für einen Wettbonus, und bekommt man den Einsatz zurück?
Ein Gratisspielguthaben oder eine Gratiswette braucht die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). Bei einer Gratiswette wird der Einsatz nicht mit dem Gewinn zurückbezahlt; der Wert liegt entsprechend unter dem einer Wette aus eigener Tasche. Betrag, Mindestquote, Limiten und Frist stehen ausschliesslich in den Bedingungen des Veranstalters.
Findet die Rugby-Weltmeisterschaft 2027 statt, und wo?
Ja. Die Rugby-Union-Weltmeisterschaft der Männer findet 2027 in Australien statt, mit dann 24 Mannschaften statt der bisherigen 20. Die übernächste Ausgabe ist 2031 in den USA angesetzt. Ausgetragen wird das Turnier seit 1987 im Vier-Jahres-Rhythmus.
Was zählt bei einer Rugbywette als reguläre Spielzeit?
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie ausdrücklich Gegenstand der Wette sind. Im Rugby besteht ein Spiel aus zwei Halbzeiten zu je 40 Minuten mit 15 Minuten Pause.
Wie berechnet sich der Gewinn, und was ist die Marge?
Der Rückzahlungsbetrag ist der Einsatz mal die Quote. Bei CHF 1 Einsatz auf Quote 1.90 sind das CHF 1.90, der Nettogewinn also CHF 0.90. Die Marge ist der Teil, den der Markt behält: Bei einem Zweiwegmarkt mit zwei Quoten von 1.90 liegt der Auszahlungsquotient bei rund 95 Prozent, die Marge also bei rund 5 Prozent.
Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und was bewirkt die Spielsperre?
Vor der ersten Teilnahme sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Die Spielsperre ist das schärfere Werkzeug: Eine unbefristete Sperre wird in einem schweizweiten Register geführt und gilt auch für Casinos; gesperrte Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Sportarten – zahlungenwettench
Inhalt erstellt vom Team «zahlungenwettench»
