Kostenlose Wettprognosen und ihr wahrer Preis
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Jede Prognose, die ein Portal verschenkt, hat einen Preis. Er steht nicht auf dem Portal. Er steht in der Quote.
Stand der Informationen: Oktober 29, 2026, geprüft gegen die Bewilligungen der interkantonalen Geldspielaufsicht Gespa.
Wo Prognosen herkommen, ist schnell erzählt: Form, Statistik, Heimvorteil, ein Modell, ein Redaktionsteam. Was niemand dazu schreibt, ist der Umstand, dass eine Prognose erst dann Geld wert ist, wenn sie sich von der Quote unterscheidet — und dass jede Quote eine Marge trägt, die der Veranstalter einbehält, egal wie die Sache ausgeht. Wer diesen Zusammenhang einmal verstanden hat, liest kostenlose Wettprognosen anders: nicht als Geschenk, sondern als Vorarbeit, deren Wert man selbst nachrechnen muss.
Wie eine Prognose gebaut wird — und was daran Rechenarbeit ist
Ein Tipp ist eine Meinung. Eine Prognose ist eine Zahl, und diese Zahl ist eine Wahrscheinlichkeit.

Der Unterschied ist keine Wortklauberei, er entscheidet, ob aus einer Vorhersage ein Wert wird. Wer sagt, Bayern gewinne in München, hat eine Vermutung geäussert. Wer sagt, Bayern gewinne in München mit einer Wahrscheinlichkeit von 62 %, hat eine Schätzung abgegeben, mit der man arbeiten kann — prüfen, widersprechen, gegen einen Preis stellen. Nur die zweite Form ist eine Prognose, und nur die zweite lässt sich bewerten.
Vier Grössen fliessen in eine solche Schätzung ein. Die Form ist die erste: Ergebnisse der letzten Wochen, Gegnerstärke, Heim- und Auswärtsbilanz. Die Statistik ist die zweite, und sie ist die breitere: Ballbesitz, Abschlussqualität, Standardsituationen, Verletzungen, Sperren, Reisestrapazen, dazu bei Turnieren die Belastung aus der Gruppenphase. Der Heimvorteil ist die dritte, und er ist kleiner, als die meisten glauben — Publikum, Rasen, Gewohnheit, Schiedsrichtertendenzen, aber in einem Stadion mit 60’000 Zuschauern sitzen auch 60’000 Menschen, die eine Fehlentscheidung nicht vergessen. Die Quote ist die vierte, und sie ist die einzige, die von aussen kommt: sie sagt nicht, was passieren wird, sondern was das Feld der anderen Wetter glaubt und was der Veranstalter davon abzieht.
Genau hier wird aus einer Prognose eine Rechnung. Ein Modell sagt 62 %. Die Quote für dieses Ergebnis steht bei 1.90. Was heisst das?
Die Quote als Wahrscheinlichkeit lesen. 1 geteilt durch 1.90 ergibt 0,5263, also rund 52,6 %. Das Modell ist optimistischer als der Markt. Bei einer Quote von 2.10 wären es 47,6 %, und der Abstand wäre grösser. Diese Umrechnung ist der einzige Handgriff, den ein Leser kostenloser Prognosen wirklich beherrschen muss, und sie kostet nichts ausser zwei Sekunden.
Der Abstand zwischen eigener Schätzung und der aus der Quote abgeleiteten Wahrscheinlichkeit ist die gesamte Informationsmenge einer Prognose. Es gibt drei Fälle. Liegt die eigene Schätzung über der Marktwahrscheinlichkeit, ist der Preis aus Sicht des Modells zu hoch — das ist der Fall, den die Branche «Value» nennt und über den sie am lautesten spricht. Liegen beide gleichauf, ist der Preis fair und die Prognose wertlos, weil sie nichts hinzufügt. Liegt die eigene Schätzung darunter, ist der Preis zu niedrig, und keine Prognose der Welt macht ihn besser. Die meisten veröffentlichten Prognosen liegen im zweiten Fall. Das ist keine Kritik an den Portalen, sondern eine Konsequenz daraus, dass ein Modell nur so gut sein kann wie die Daten, aus denen es gebaut wurde, und dass der Markt dieselben Daten liest.
Woher die Prognosen für die grossen Turniere kommen. Fussball-Wettprognosen zu Bundesliga, Champions League oder einer Weltmeisterschaft entstehen anders als Ligatipps unter der Woche. Bei einem Turnier fehlt die Formkurve aus dem laufenden Wettbewerb, dafür gibt es Gruppenspiele mit bekannter Ausgangslage, Reisewege und Ruhetage, die sich aus dem Spielplan ablesen lassen. Europameisterschaftsprognosen für 2028 wird es ab dem Moment geben, in dem die Qualifikation ausgelost ist — bis dahin ist alles, was unter diesem Titel angeboten wird, eine Modellrechnung ohne Gegnerdaten.
Was eine Prognose nicht ist: eine Zusage. Fussball hat zu viele nicht messbare Einflüsse — ein Platzverweis in der 12. Minute, ein Torwartfehler, ein Videoentscheid. Deshalb bleibt selbst eine gute Schätzung eine Wahrscheinlichkeitsaussage. Der Unterschied zwischen 62 % und 100 % ist der ganze Rest der Welt.
Der Kostenpunkt an dieser Stelle: Wer eine Prognose liest, bezahlt nichts. Wer sie in eine Wette umsetzt, bezahlt schon beim Absenden des Wettscheins, weil der Preis knapper ist als die wahren Chancen. Darüber entscheidet nicht die Prognose, sondern der Quotenschlüssel des Veranstalters. Diese Rechnung gehört zu den wenigen, die man vorher machen kann, und sie ist der Grund, warum eine «kostenlose» Prognose am Ende trotzdem Geld kostet.
Warum Gratisprognosen im Überfluss existieren
Ein Portal, das täglich Dutzende Prognosen mit erkennbarem Aufwand drumherum veröffentlicht, will sie nicht verschenken. Es verkauft etwas anderes.

Die naheliegende Erklärung ist die Weiterleitung: Wer die freie Prognose liest, landet auf dem Wettschein des Partners, und der Partner zahlt für den Klick. Das ist kein Geheimnis und in sich kein Skandal, solange die Prognose nicht vom Werbeetat geschrieben wird. Problematisch wird es an der Stelle, wo das Modell derselben Firma gehören müsste, die auch die Anzeige bezahlt — dann beschreibt die Prognose den Vertrag, nicht das Spiel.
Die zweite Erklärung ist sparsamer: Ein Portal braucht Wiederkehr, und ein Wettschein schafft sie. Nicht jede Prognose ist korrekt, aber fast jede ist spielbar. Ein Tipp auf ein 1:1, den niemand abgibt, bringt keinen Aufruf.
Die dritte Erklärung ist die billigste: Die Trefferquote wird berichtet, die Quote nicht, und wo beides fehlt, ist der Vergleich mit dem Markt unmöglich.
Die Konsequenz ist immer dieselbe. Eine gratis abgegebene Prognose ist eine Empfehlung, kein Beweis. Wer sie prüfen will, vergleicht sie mit der Quote, rechnet die Marktwahrscheinlichkeit aus und schaut dann, ob überhaupt etwas übrigbleibt. Dieser Griff trennt die brauchbare Prognose von der hübschen Grafik, und er funktioniert bei jedem Portal und in jeder Sportart gleich.
Prognosequellen im Vergleich: Methoden, Nachvollziehbarkeit, Treffer über Zeit
Der Vergleich zwischen Prognosequellen wird meistens zur Unzeit geführt, nämlich über einzelne Treffer. «Gestern dreimal richtig» ist keine Eigenschaft einer Quelle, sondern eine Eigenschaft eines Tages.
Vier Kriterien halten einer längeren Betrachtung stand, und wer sie anlegt, sortiert das Feld schnell. Das erste ist die Methode: Wird der Weg vom Datenpunkt zur Zahl offengelegt, oder steht am Ende eine Behauptung ohne Zwischenschritt? Das zweite ist die Nachvollziehbarkeit: Lässt sich eine ältere Prognose später noch überprüfen, mit Datum, Wettbewerb und der Quote, die damals galt? Genau das verlangt nämlich, dass die Prognose hingeschrieben wurde, bevor der Anpfiff erfolgte — und eine Prognose, die man erst nach dem Resultat sieht, ist bereits erledigt. Das dritte Kriterium ist die Zeit: Trefferquoten über Wochen und Monate statt über Wochenenden. Das vierte ist die Bezifferung des Erwartungswerts: Ein Portal, das seine eigene Einschätzung nur in Sternchen oder «Sicher»-Etiketten ausdrückt, liefert keine Grösse, an der man messen könnte.
Was die Zahl der Prognosequellen betrifft, so hat der Schweizer Markt eine Besonderheit, die nirgends sonst so scharf liegt: Wettprognosen selbst sind frei verfügbar, die Wette darauf ist es nicht. Die Rechtmässigkeit einer Prognose oder eines Tipps beantwortet also nicht die Frage, wo ein Schweizer Wettschein landen darf. Das ist ein eigener Abschnitt, und er ist der wichtigste dieser Seite.
Bei der Auswertung von Treffern gehört eine unangenehme Beobachtung dazu. Jede Quelle, die ihre Bilanz veröffentlicht, wählt aus, welche Zeiträume und welche Märkte sie zählt. Eine Quelle kann also eine ehrliche Quote über zehn Monate zeigen und eine viel bessere über die letzten vier Wochen — beide Zahlen wahr, beide einigermassen irreführend. Wer vergleichen will, braucht eine Regel, die vorher feststeht: eine bestimmte Zahl von Prognosen, ein bestimmter Wettbewerb, alle mit der damals geltenden Quote.
Für Turniere schrumpft das Feld der vergleichbaren Quellen noch einmal. Eine Weltmeisterschaft dauert Wochen, das sind zu wenige Spiele für eine belastbare Statistik, und wer aus einem Turnier eine Trefferquote ableitet, beschreibt ein Glück, kein Können. Dasselbe gilt für die Systemwettbewerbe: Wo Gegner, Auslosung und Kader in kurzer Zeit aufeinandertreffen, arbeitet das Modell an einer Stichprobe, die zu klein ist, um sich zu halten.
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Methode oder Bauchgefühl: woran man den Unterschied erkennt
Ein Test genügt und er dauert eine halbe Minute. Man liest die Prognose und fragt sich, ob man sie widerlegen könnte.
Wenn in der Begründung Zahlen vorkommen, die man selbst nachprüfen kann — Tabellenplatz, Tordurchschnitt, Verletztenliste —, dann ist die Prognose überprüfbar. Wenn dort steht, die Mannschaft sei «in Form» und habe «das Zeug dazu», ist sie es nicht. Nicht falsch, nur nicht überprüfbar. Und was nicht überprüfbar ist, kann nicht falsch werden — das ist der eigentliche Zweck dieser Art von Sprache.
Ein zweiter Hinweis ist die Zahl der Prognosen pro Tag. Ein Modell mit klarer Methode deckt die Spiele ab, für die es Daten hat, und schweigt zu den anderen. Ein Portal mit fünfzig Tipps an einem Dienstag deckt die Spiele ab, für die es Anzeigen gibt.
Systemwetten und Prognosen: wo die Vervielfachung teuer wird
Systemwetten sind die Stelle, an der Prognoselisten am meisten kosten und am wenigsten sagen.
Eine Systemwette zerlegt eine Auswahl von Voraussagen in viele Kombinationen. Je mehr Voraussagen dabei im System stehen, desto mehr Rechenwege entstehen, und jeder davon ist eine eigene Wette mit eigenem Einsatzanteil. Die Provider-Sprache verkauft das als Chance; die Mechanik macht daraus Kosten, weil viele Wege nur dann tragen, wenn fast alle Voraussagen aufgehen. Wer eine Liste mit zehn Prognosen in ein System von sechs legt, vervielfacht nicht seine Sicherheit, sondern die Zahl der Wege, auf denen ein einziger Fehler den Gewinn halbiert.
Sporttip erlaubt Systemwetten mit einem Höchsteinsatz von CHF 10’000 pro Systemwette, im Unterschied zu CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette. Diese Spanne existiert nicht, weil Systemwetten sicherer wären, sondern weil ein System über viele Zeilen läuft und der Einsatz pro Zeile klein wird.
Der Kombiboost und sein Preis in Voraussagen
Sporttip bewirbt einen Zusatz auf Kombinationen, und dieser Zusatz ist ein gutes Lehrstück dafür, wie ein Anreiz die Prognosequalität verschiebt.
Der Boost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und er verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von jeweils mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.
Die Bedingungen erzählen die eigentliche Geschichte. Fünfzehn Voraussagen mit je mindestens 1.50 bedeuten fünfzehn Entscheidungen, die alle stimmen müssen, und die 100 % kommen auf einen Nettogewinn, der bei fünfzehn Legs eine kleine Zahl braucht, um überhaupt zustande zu kommen. Je höher die Stufe, desto mehr Voraussagen trägt der Wettschein — desto stärker belohnt das Angebot eine breite Liste und nicht eine gute. Die 5 % auf vier Legs sind die einzige Stufe, die ein normaler Wetter realistisch erreicht.
Dazu kommt eine Regel, die den Boost vollständig zunichtemacht: Bei einem Cash-Out verfällt er. Wer seine Kombination unterwegs glattstellt, verliert den Zusatz, für den er vier Voraussagen mit Mindestquote gebaut hat.
Quotenboosts und Profitboosts: online, einmalig, limitiert
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online und nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz.
Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt auch hier der Boost.
Der Kostenpunkt liegt nicht in der Höhe des Zuschlags, sondern in seiner Bindung: Ein Boost gilt für eine einzige Voraussage auf ein Spiel, das der Veranstalter aussucht. Er wirkt damit wie eine Empfehlung des Veranstalters an den Wetter. Das ist keine Bosheit, aber es ist auch keine Prognose — es ist Marketing, das in derselben Währung ausgezahlt wird wie der Gewinn.
Woran ein Wert in einem Preis erkennbar ist
Ein Wert liegt in einem Preis, wenn die eigene Wahrscheinlichkeit über der liegt, die in der Quote steckt. Das ist die ganze Definition, und sie enthält bereits ihre Warnung.
Die Umrechnung selbst ist einfach. Bei einer Quote von 1.90 liegt die Marktwahrscheinlichkeit bei rund 52,6 %, bei 2.50 bei 40 %, bei 3.00 bei 33,3 %. Wer diese Zahlen für seine eigenen Schätzungen in der Hand hat, sieht sofort, wie hoch die Hürde steht.
Die Warnung betrifft den Massstab. Die Marktwahrscheinlichkeit, die man so ausrechnet, ist nicht die «wahre» Wahrscheinlichkeit, sondern die des Veranstalters — und die ist um die Marge überhöht. Eine Quote von 1.90 auf ein Zwei-Weg-Ereignis lässt sich nicht mit den tatsächlichen 50 % vergleichen, wenn der Veranstalter beiden Seiten dieselbe Marge aufgeschlagen hat. Genau dieser Rechenfehler ist der häufigste in der Value-Diskussion, und er macht aus einem fairen Preis ein Schnäppchen, das keines ist.
Ein zweiter Gesichtspunkt: Value verschwindet mit der Zeit, weil sich Quoten bewegen. Eine Prognose, die um zehn Uhr geschrieben wurde, kann um 14 Uhr noch zutreffen und der Preis schon weg sein. Wer nachträglich prüft, ob eine Prognose «richtig» war, muss die damals geltende Quote nehmen. Die aktuelle zu nehmen, ist eine andere Rechnung — und fast immer eine bequemere.
Warum keine Prognose sicher ist
Kein Modell kennt die Aufstellung. Kein Modell kennt die Tagesform eines Torwarts, den Rasen, das Wetter, den Platzverweis nach zwölf Minuten. Kein Modell kennt ein Videoentscheid-Ergebnis, das ein Tor aberkennt.
Aus dieser Lücke folgen zwei Sätze, die zusammengehören. Der erste: Jede Prognose ist eine Schätzung, und Schätzungen treffen im Durchschnitt, nicht einzeln. Der zweite: Wettprognosen sind ein Unterhaltungsprodukt und kein Einkommen. Die Trefferquote einer Quelle über tausend Prognosen kann 55 % betragen; das sagt nichts darüber, wie der nächste Wettschein endet.
Auch der Veranstalter steht in dieser Wirklichkeit, und er schreibt sie in seine Regeln. Bei Sporttip gelten Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das ist der Versuch, mit der Zeitachse umzugehen, und es zeigt, was beim Live-Wetten auf dem Spiel steht: Die Prognose, die Sie gerade lesen, kann durch ein Ereignis erledigt sein, bevor Ihr Fingertipp ankommt.
Ein verwandter Punkt betrifft die 90 Minuten selbst. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer eine Prognose für ein Pokalspiel liest, muss also wissen, ob sie sich auf 90 Minuten oder auf «Weiterkommen» bezieht. Zwei völlig verschiedene Schätzungen.
Zwei-Weg-Markt: was der Quotenschlüssel kostet
Wo eine Seite 1.90 und die andere 1.90 beträgt, lässt sich der Preis der Prognose in Prozent ausrechnen.
Die Auszahlungsquote eines Marktes ist 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten. Bei 1.90 und 1.90 ergibt das 1 geteilt durch 1,0526, also rund 95 %. Die Marge ist der Rest, also rund 5 %. Das ist ein Beispiel, kein notierter Preis; reale Bandbreiten im Sportwettenmarkt liegen darüber, bei drei Ausgängen deutlich darüber.
Was diese Zahl bedeutet: Von je CHF 100, die auf einen solchen Markt gesetzt werden, fliesst rund CHF 95 als Gewinn zurück und rund CHF 5 bleiben beim Veranstalter. Bei zwei Ausgängen und je 1.90 kostet dieselbe Wette einen knappen Batzen auf fünf — wer also eine Prognose als Begründung für einen Einsatz akzeptiert, muss sie gegen eine Marke verteidigen, die rund fünf Prozentpunkte Vorsprung hat. Kein Prognosemodell der Welt muss im Wochentakt richtig liegen, um trotzdem zu verlieren.
Zwei Feinheiten dazu. Erstens: Die Marge hängt am Markt, nicht an der Sportart. Ein Zwei-Weg-Markt mit zwei Preisen trägt weniger, eine Drei-Weg-Wette mit drei Ausgängen liegt systematisch darüber, weil mehr Kehrwerte in die Summe gehen. Zweitens: Eine Kombiwette vervielfacht die Margen der Einzelmärkte, weil die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten ist. Aus rund fünf Prozent pro Markt wird über fünf Legs keine Addition, sondern ein deutlich grösserer Abschlag auf den Erwartungswert.
Genau darum sind die kostenlosen Prognosen nur der erste Teil des Geschäfts. Der zweite ist der Preis, der auf der Seite des Veranstalters steht.
Einordnung: wofür Prognosen im Schweizer Wettmarkt gut sind
Ein Platz für Prognosen lässt sich in der Schweiz klar umreissen, wenn man eine Unterscheidung aus §7 des Verfahrens ernst nimmt, die in der Praxis ständig untergeht: Was für eine Prognose gilt, gilt noch lange nicht für eine Wette.
Der Markt selbst ist klein und geschlossen. Der Grund: Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. In dieser Liste stehen Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz und werden von der Gespa beaufsichtigt — nicht von der ESBK, die nur Casinos prüft. Das Bundesgesetz über Geldspiele ist seit dem 1. Januar 2019 in Kraft, das Geldspielkonkordat seit dem 1. Januar 2021.
Für einen Leser von Gratisprognosen heisst das zweierlei. Erstens: Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt. Wer im Netz auf einen Anbieter trifft, der sich als Schweizer Wettanbieter geriert, hat es mit einem ausländischen Angebot zu tun. Zweitens: Prognosen sind frei — Portale, Podcasts, Foren und Zeitungskolumnen dürfen sie veröffentlichen, und das ist kein Graubereich. Die Prognose ist nicht das regulierte Produkt, die Wette ist es.
Was der Prognose fehlt, um ein Wert zu sein, lässt sich hier sauber benennen. Sie kommt ohne Quote, ohne Marge und meist ohne Erwartungswert. Sie ist eine Schätzung über ein Ereignis, an dem der Leser möglicherweise gar nicht teilnehmen darf — nicht wegen des Inhalts, sondern wegen des Wohnsitzes.
Zwei weitere Schweizer Eigenheiten prägen den Markt. Bei Sporttip beschränkt sich das Wettprogramm auf Sportarten und Wettbewerbe, die auf der amtlichen Liste stehen, und diese Liste ist ein geschlossener Katalog. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zulässig. Ausgeschlossen sind auch Personen unter 18 Jahren, und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Beide Regeln sagen etwas über den Anspruch des Produkts und nichts darüber, wie gut die Prognosen sind, mit denen man darauf setzt.
Eine letzte Einordnung, die den Kostenpunkt betrifft. Weil Wettprognosen kostenlos sind und Wettscheine nicht, ist der Konsum von Prognosen der billige Teil des Hobbys. Wer Prognosen liest, ohne zu wetten, hat tatsächlich nichts ausgegeben. Das ist keine schlechte Beschäftigung — ein Modell zu prüfen, Quoten umzurechnen und zu sehen, ob man recht behalten hätte, kostet nichts ausser Zeit. Wer diesen Weg geht, hat eine Entscheidung getroffen, die kein Portal bewirbt: Genauigkeit um ihrer selbst willen.
Was eine Prognose über das Wetter in Zürich und über Sport sagt
Es gibt eine Schweizer Besonderheit, die für Wettprognosen mehr bedeutet, als sie aussieht.
Wetten auf das Wetter sind im bewilligten Schweizer Programm nicht vorgesehen. Das ist bemerkenswert, weil Wetterwetten technisch gut modellierbar wären. Der Regelkreis ist also nicht eine Frage der Machbarkeit, sondern des Katalogs. Wer auf ein Wetterspiel stösst, befindet sich auf einer ausländischen Plattform.
Dieselbe Logik erklärt, warum der Katalog so wenige Ligen enthält und warum Frauenwettbewerbe nur dann erscheinen, wenn sie ausdrücklich gelistet sind. Und sie erklärt, warum Sportprognosen, die im Netz frei verfügbar sind, häufig Märkte behandeln, die in der Schweiz gar nicht gespielt werden dürfen.
Der praktische Nutzen dieser Unterscheidung ist einfach: Eine Prognose, die Sie kostenlos lesen, ist nicht dadurch «verwertbar», dass sie existiert. Sie ist verwertbar, wenn es einen Ort gibt, an dem ihre Märkte erlaubt sind.
Rechtliche Lage in der Schweiz: nur zwei Veranstalter mit Bewilligung
Wer eine kostenlose Prognose in einen Wettschein umsetzen will, muss zuerst wissen, wohin der Wettschein überhaupt darf. Die Antwort ist eng, und sie ist in eine Handvoll Gesetzesartikel gefasst.
Bewilligung statt Lizenz
In der Schweiz gibt es für Sportwetten keine Lizenz im marktüblichen Sinn, sondern eine Bewilligung. Genauer: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung je Spiel. Rechtsgrundlage ist das Bundesgesetz über Geldspiele mit der Nummer SR 935.51, und die Bewilligung gilt nur in der Schweiz. Daraus folgt der erste und wichtigste Satz dieser Seite: Eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land — hat in der Schweiz keine Wirkung.
Zuständig für die Aufsicht ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Nicht zuständig ist die ESBK: Sie prüft Casinos und Casinospiele, nicht Sportwetten. Wer eine Sports-Prognose gegen ein Regulierungsdokument abgleichen will, findet den Text bei der Gespa und nicht bei der eidgenössischen Spielbankenkommission.
Der Reinertrag des bewilligten Spiels geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen. Auch das ist Teil des Rahmens: Der bewilligte Schweizer Markt ist nicht darauf angelegt, möglichst viel Wetteinsatz zu erzeugen.
Die beiden Veranstalter und die Wohnsitzregel
Bewilligt sind zwei Veranstalter, und beide bedienen ein abgegrenztes Gebiet.
Swisslos mit dem Produkt Sporttip wird im Gebiet der Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich durchgeführt, dazu im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Veranstalterin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, die auf Grundlage der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 arbeitet.
Die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport veranstaltet für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus, in der Praxis im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Für die Registrierung bei Swisslos gilt zusätzlich: mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.
Für einen Leser von Prognosen heisst das: Der Zugang zum bewilligten Wettschein entscheidet sich nicht am Spielplan, sondern am Wohnsitz — und, wenn man im Vertragsgebiet wohnt, an der Frage, ob man Ausweisverifikation und Adressprüfung in Kauf nimmt. Das ist der Preis der Rechtmässigkeit, und er wird beim Ausfüllen eines Formulars bezahlt, nicht am Schalter.
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Was gewettet werden darf — und was nicht
Der bewilligte Schweizer Markt arbeitet mit einer geschlossenen Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten.
Die Grundlage ist der Katalog der Gespa, in der Fassung vom 10. September 2026 — ein Verzeichnis, das nicht nur Sportarten nennt, sondern auch, welche Wettbewerbe und welche Wettarten in einem Wettbewerb überhaupt angeboten werden dürfen. Qualifikationsrunden erscheinen nur, wenn sie gelistet sind. Frauenwettbewerbe nur, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind. Ranglistenwetten nur, wenn die Rangierung den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nicht gewettet werden. Der Katalog führt keine Eckball- und Kartenmärkte und keine Esports-Sektion. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.
Der Katalog ist damit eine Antwort auf eine Frage, die Prognoseportale selten stellen: Ist der Markt überhaupt spielbar? Eine Gratisprognose auf ein Esport-Match, auf einen Eckball-Markt oder auf eine Vorbereitungspartie beschreibt in der Schweiz eine Wette, die auf keinem bewilligten Wettschein existiert.
Livewetten sind zulässig, vor dem Spiel und live, soweit der Veranstalter über die entsprechende Entscheidung verfügt. Das Geldspielgesetz kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist dagegen nicht reguliert und bleibt Sache des Veranstalters.
Fremde Buchmacher: Sperrliste, Klagewege, Domain-Hopping
Wer in der Schweiz bei einem ausländischen Anbieter wetten will, muss wissen, auf was er sich einlässt.
Ein ausländisches Angebot ist nicht bewilligt, und es ist auch nicht mit dem schweizerischen Sperrregister verbunden. Es gibt also keinen schweizerischen Schutz und keinen schweizerischen Rechtsweg gegen den Anbieter. Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren. Sie wird heute in mehreren Fassungen in marktgängigen Bewilligungsverzeichnissen geführt; die erste Liste stammte vom 3. September 2019. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — ein Mechanismus, den die Aufsicht als Domain-Hopping bezeichnet.
Erschwerend und in der Sache der wichtigste Punkt: Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten organisiert, begeht eine Straftat. Nach Artikel 130 des Geldspielgesetzes kann der Organisator mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe belegt werden, bei gewerbsmässigem Handeln mit bis zu fünf Jahren. Der Spielende selbst wird nicht bestraft — das ist die Haltung des Bundesamts für Justiz. Sein Problem ist daher nicht die Strafe, sondern es ist die tatsächliche Durchsetzungslage: In einem Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne beschlagnahmt werden. Der Spieler hat darauf keinen Einfluss, keinen Anspruch und keine Instanz, bei der er sich wehren könnte.
Was diese Kombination aus Sicht einer Gratisprognose bedeutet: Der Ort, an dem man sie einlöst, entscheidet darüber, ob die Prognose im Streitfall noch existiert. Auf einem Schweizer Wettschein hat man den Rechtsweg und das Sperrregister hinter sich. Auf einem ausländischen hat man die Regeln des Anbieters — und weiter nichts, auch wenn die Prognose selbst auf einem Schweizer Sportportal stand.
Werbeverbot und Gratisspielguthaben
Für die Kommunikation rund um Prognosen und Bonusaktionen gelten klare Grenzen, und sie betreffen auch die Anbieter von Gratiswetten.
Werbung darf nicht aufdringlich und nicht irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für ein Glücksspiel, das in der Schweiz nicht bewilligt ist, ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft. Eine Sperrstunde für Werbung gibt es dagegen nicht.
Gratisspielguthaben und Gratiskredite brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa. Im Jahr 2025 hat die Gespa 24 Zustimmungen an die Loterie Romande erteilt, 8 an Swisslos. Die Höhe und die Bedingungen eines kostenlosen Angebots kommen ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters.
Der Punkt für den Leser ist weniger der Betrag als die Herkunft der Regeln. Ein «Gratis»-Angebot im bewilligten Schweizer Markt ist ein genehmigtes Gratisangebot, und die Bedingungen sind in einem Aufsichtssystem entstanden. Ausserhalb dieser Ordnung ist «gratis» ein Wort auf einer Seite, deren Inhalte niemand prüft.
Wetten ohne Schweizer Bewilligung: was daran hängt
Die Bezeichnung «ohne Schweizer Bewilligung» ist keine Nebenbemerkung. Sie fasst mehrere Nachteile zusammen, und wer einen ausländischen Anbieter prüft, prüft an dieser Stelle nicht sein Angebot, sondern seine Deckung in der Schweiz.
Das betrifft die bewilligte Schweizer Sportwettenliga, die heute ausschliesslich aus zwei Anbietern mit klar getrennten Kantonsgebieten besteht. Das weitere internationale Angebot, das Schweizer Wetter im Netz antreffen, wird in dieser Übersicht als Referenz geführt, nicht als Empfehlung. Eine ausländische Sports-Lizenz macht daraus kein Schweizer Angebot, und in der Schweiz fehlen einem solchen Anbieter regelmässig die Instrumente, mit denen ein Schweizer Anbieter arbeiten muss: der Handel mit Daten, die Deckung der Nachfrage und die Aufsicht.
Aus Sicht einer Prognose bedeutet das eine schlichte Verschiebung des Risikos. Die Prognose selbst bleibt dieselbe. Die Kosten ihrer Einlösung sind höher, weil der Leser auf einer Plattform ohne schweizerischen Rechtsweg wettet. Wer den Wert einer Prognose bewerten will, muss diese Verschiebung mitrechnen — sie ist der eigentliche Unterschied zwischen den beiden Gruppen und nicht der optische Unterschied im Auftritt.
Wichtig zu wissen und oft missverstanden: Es gibt in der Schweiz keinen Mechanismus, mit dem Banken oder Kartennetzwerke Zahlungen an unbewilligte Wettanbieter blockieren. Weder Sicherheit noch Risiko wird hier über die Bezahlkette gesteuert; der Wettende entscheidet, wo er einzahlt.
Was Gewinne kosten: Steuerfreibetrag, Quellensteuer und der Kanton
Beim Steuerpunkt wird es konkret, und es ist der seltener genannte Kostenpunkt einer Wette.
Gewinne aus einem in der Schweiz bewilligten Grossspiel sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn von der Einkommenssteuer befreit. Die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich als Grossspiel. Der Bund setzt den Freibetrag ab dem 1. Januar 2026 auf CHF 1’071’000 fest, 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Für einen normalen Sportwetter heisst das: kein Anteil Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn.
Oberhalb des Freibetrags einbehält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer. Diese lässt sich nur zurückholen, indem der Gewinn in der Steuererklärung deklariert wird. Das ist für Sportwetten eine realistische Hürde — sie liegt aber weit über den Beträgen, um die es im Alltag geht.
Zwei Ergänzungen, die man selten in einem Satz liest. Erstens: Fehlt die Gewinnlinie des Bundes, kommt es auf den Kanton an. Der kantonale Freibetrag unterscheidet sich, deshalb die Formel «je nach Kanton» statt einer Zahl. Zweitens: Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer — dafür behandelt die kantonale Steuerpraxis im Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer bei einem ausländischen Anbieter wetten will, hat also nicht nur das Sperrregister-Thema, sondern möglicherweise auch eine Einkommenssteuer auf dem Gewinn. Diese Information ist allgemeiner Natur und ersetzt keine Steuerberatung.
Bei Sporttip heisst das praktisch: ein Gewinn von CHF 800 braucht keine Zeile in der Steuererklärung. Ein Gewinn von CHF 1’200’000 schon.
Der Gespa-Testkauf 2025 und die Grenzen der Kontrolle
Ein Befund gehört hierher, weil er den Abstand zwischen Regel und Praxis zeigt.
Die Gespa hat 2025 Testkäufe durchgeführt und dabei geprüft, wie Sportwetten an Verkaufsstellen abgegeben wurden. Bei 200 Fällen wurde eine Sportwette in 47,5 % der Versuche an eine minderjährige Person verkauft. Diese Zahl widerspricht jeder Darstellung strenger Kontrolle an Verkaufsstellen.
Was das mit kostenlosen Prognosen zu tun hat: Es relativiert die Annahme, das bewilligte System schütze überall gleich gut. Die Regeln sind streng, ihre Durchsetzung ist es nicht garantiert. Ein Portal, das eine Prognose für ein Spiel in Ihrem Dorf veröffentlicht, sagt darüber nichts.
Die Bemühungen der Aufsicht sind trotzdem der einzige verfügbare Mechanismus, und wer seine Entscheidungen auf Prüfungen stützen will, findet veröffentlichte Testergebnisse und keine Werbebroschüren.
Fremde Buchmacher im Vergleich: Bewilligungsstatus
Die folgende Übersicht stellt den Schweizer Wettschein neben internationale Angebote, wie ein Leser sie beim Suchen nach Prognosen antreffen kann. Die Marke ist das äussere Merkmal; der Status ist der Kern.
| Marke | Bewilligung in der Schweiz? | Veranstalter oder gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos (Sporttip) | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung unter dem BGS (SR 935.51); Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Durchführung im Swisslos-Vertragsgebiet |
| Loterie Romande (Jouez Sport) | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung unter dem BGS (SR 935.51); Aufsicht Gespa | Société de la Loterie de la Suisse Romande; Versorgungsgebiet FR, GE, JU, NE, VD, VS |
| HornetBet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt; keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| myBet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt; keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Betovo | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt; keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BassBet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt; keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| GG Bet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt; keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| FortuneJack | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt; keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BetLabel | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt; keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Jackbit | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt; keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
Was die Einordnung sagt und was nicht. Sie sagt, wo eine Wette rechtlich gedeckt ist. Sie sagt nichts über die Qualität des Wettprogramms, die Höhe der Quoten oder die Zahl der angebotenen Märkte — das sind Punkte, die man beim jeweiligen Anbieter selbst anschaut, in dessen eigenem Wettprogramm und in dessen eigenen Bedingungen.
Der zweite Punkt der Übersicht wiegt schwerer als der erste. Bei den beiden Schweizer Veranstaltern ist die Bewilligung das Ergebnis eines Verfahrens mit Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung je Spiel, unter Aufsicht der Gespa. Bei den anderen gibt es keine Schweizer Bewilligung, und eine im Ausland gemeldete Bewilligung entfaltet hier keine Wirkung. Aus Sicht einer Prognose ist das der entscheidende Unterschied: Ihre Trefferquote ändert sich je Anbieter nicht, ihr Durchsetzungswert schon.
Verantwortungsvolles Setzen: Limiten, Budget und Spielsperre
Eine Prognose senkt kein Risiko. Sie verändert nicht die Quote, sie verändert nicht die Marge und sie verändert nicht den Spielverlauf. Sie ändert nur die Überzeugung, mit der man eine Wette abschickt — und Überzeugung ist das Werkzeug, mit dem Einsätze wachsen.
Deshalb steht am Anfang des verantwortungsvollen Setzens nicht eine bessere Prognose, sondern eine Zahl, die man vorher aufschreibt.
Verlustlimiten: das erste, was bei Swisslos gefordert wird
Bei Swisslos trifft die Verlustlimite den Wetter früher als jede Wette. Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Die Mechanik dieser Frist ist der eigentliche Schutz. Wer nach einem verlorenen Abend seine Limite erhöhen will, muss zweiundsiebzig Stunden warten, und in diesen zweiundsiebzig Stunden passiert in der Regel die Einsicht, die den Abend ausgelöst hat. Die Wartezeit ist keine Schikane, sie ist das Produkt.
Interessant ist auch die Unterscheidung zwischen Verlustlimite und Einzahlungslimite. Die Verlustlimite begrenzt, was der Konto verlieren darf; die Einzahlungslimite begrenzt, was zugeführt werden darf. Wer immer wieder Geld nachschiebt und nie verliert, ist von der Verlustlimite nicht betroffen und von der Einzahlungslimite schon. Wer hingegen schnell verliert und langsam nachzahlt, wird von der Verlustlimite gebremst.
Und der Schweizer Rahmen fällt sparsamer aus als in vielen Nachbarländern. Die Limiten setzt der Spielende selbst; der Veranstalter muss Höchstwerte verlangen, ein staatlicher fester Einzahlungsdeckel existiert nicht. Eine Limite, die niemand setzt, schützt niemanden.
Spielsperre: das schärfste Werkzeug
Wenn Limiten nicht mehr reichen, beginnt die Sperre.
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Die Aufhebung einer freiwilligen Sperre ist nicht sofort möglich: Sie kann erst nach drei Monaten erfolgen und verlangt die Mitwirkung einer Fachstelle. Nach dem Geldspielgesetz muss ausserdem eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten angeboten werden. Gesperrte Personen und Minderjährige haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Die letzte Regel ist die unangenehmste und die wichtigste. Wer gesperrt ist und trotzdem einen Wettschein abgibt, verliert den Gewinnanspruch — auch wenn die Prognose gestimmt hätte. Es gibt an dieser Stelle also kein «Aber», kein Ermessen und keinen Kulanzweg.
Ein festes Budget statt einer Prognose
Ein Budget ist eine Limite, die man freiwillig einzieht, bevor die Software es tut. Es ist die einzige Zahl in dieser Angelegenheit, die man vollständig selbst kontrolliert.
Der Vorteil eines Betrags, der vor dem ersten Wettschein feststeht, liegt in der Frage, die er überflüssig macht: «Ist diese Prognose gut genug für einen grösseren Einsatz?» Bei einem festen Wochenbudget ist die Antwort nein, weil der Betrag nicht vorhanden ist. Genau diese Frage ist der Hebel, an dem Setzende ihr Geld verlieren, und die eigene Limite nimmt ihr den Griff.
Dazu gehören zwei Regeln, die nichts mit Mathematik zu tun haben. Die erste: nur Geld, dessen Verlust nichts verändert. Die zweite: keine Wette, die eine Prognose zur Begründung braucht — wer eine Wette nur abschickt, weil sie gerade frei verfügbar und gut geschrieben ist, hat den günstigsten Wettschein des Tages gefunden, nicht den wertvollsten.
Wettprognosen sind Unterhaltung. Ob ein Wettschein mehr als Unterhaltung ist, entscheidet nicht das Modell, sondern die Budgetzahl.
Wann eine Gratisprognose schadet
Ein Text über Prognosen sollte benennen, wo ihr Schaden liegt, und er liegt nicht in der Prognose.
Der erste Schaden entsteht, wenn eine Prognose das Zögern ersetzt. Wer zögert, hat einen Grund — einen Vorbehalt, den das Modell nicht kennt, weil er nicht in den Daten steht. Eine Prognose, die diese Bremse löst, hat keinen Wert hinzugefügt, sondern eine Kontrolle entfernt.
Der zweite Schaden entsteht, wenn die Häufigkeit wächst. Sechzig Prognosen an einem Wochenende schaffen sechzig Anlässe, im Unterschied zu vier. Der Umsatz wächst, die Marge nimmt proportional zu, und das Ergebnis verteilt sich nicht besser als vorher.
Der dritte Schaden ist der verdeckteste: Wenn aus der Beschäftigung mit Prognosen ein Erwartungswert wird. Wer über Monate rechnet, verwechselt die Eigenschaft des Durchschnitts mit der Eigenschaft des eigenen Kontos. Ein Modell mit fünf Prozent Vorsprung ist eine statistische Aussage, kein Aufwärtspfeil auf dem Kontostand.
Für alles, was über eine Unterhaltung hinausgeht, gibt es Beratungsstellen und die eigenen Instrumente bei den Veranstaltern. Wo der Zugang selbst problematisch wird, bleibt die Spielsperre der einzige wirksame Schritt — und die Wartezeit bis zur Aufhebung ist die Zeit, in der sie wirkt.
Die zehn Veranstalter im Einzelnen
Die folgenden zehn Übersichten sind nach derselben Ordnung gereiht: zuerst die beiden Schweizer Veranstalter mit Bewilligung und den getrennten Kantonsgebieten, danach acht internationale Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Reihenfolge ist eine Ordnung der Bewilligung, keine Rangliste der Angebote; die Bewertung und die Vergleiche sind redaktionell und auf die Preis- und Rechtsfragen dieser Seite bezogen.
Swisslos Sporttip: der einzige Wettschein mit Schweizer Bewilligung für den Alltag
Swisslos mit dem Produkt Sporttip ist einer der beiden Veranstalter, die Sportwetten mit Schweizer Bewilligung anbieten. Die Bewilligung besteht aus einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung je Spiel unter dem Geldspielgesetz, mit der Gespa als Aufsichtsbehörde.
Das Wettprogramm ist breit innerhalb eines klaren Rahmens: Fussball, Eishockey, Basketball, Tennis, Handball und weitere Sportarten, dazu Vorab- und Live-Wetten sowie System- und Kombinationswetten. Was angeboten werden darf, folgt dem Katalog der Gespa, und der schliesst Eckball- und Kartenmärkte ebenso aus wie eine Esports-Sektion. Für einen Wetter, der sich für Prognosen interessiert, ist das ein einschränkender, aber auch klarer Rahmen: Was ausdrücklich auf der Liste steht, ist auch spielbar.
Die Wettgrenzen sind in den Regeln beziffert. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Die Limiten können jederzeit ohne Angabe von Gründen geändert werden, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Praktisch heisst die Obergrenze für Kombinationen: Eine grosse Überzeugung verwandelt sich nicht in einen grossen Einsatz.
Ein zweiter Kostenpunkt betrifft die Aufbewahrung des Gewinns. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Spielguthaben lässt sich innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Konto auszahlen; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Wer viel gewinnt, das ist der Nebensatz dieses Absatzes, hat auf dem Weg zum Konto eine Gebühr zu passieren, die niemand in einem Prognoseportal erwähnt.
Auch das Aufladen folgt eigenen Regeln. Spielguthaben lässt sich über eine Online-Zahlungsmöglichkeit oder einen Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf gelingt nur, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. PostFinance Pay steht als Zahlungsart zur Verfügung, mit Bestätigung der Transaktion direkt in der PostFinance App.
Ein weiteres Detail ordnet den bewilligten Markt in den Alltag ein. Sporttip-Wetten lassen sich online über die Website von Swisslos oder die Sporttip App auf iOS und Android abgeben; in der App zusammengestellte Wetten können auch per QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden.
Und dann sind da noch die Regeln, die nur im Streitfall sichtbar werden. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz erstatten. Eine Wette ohne Steuerungsmöglichkeit lässt sich nur zurücknehmen, indem man sie abschreibt.
Dazu die Frist, die am teuersten ist, weil sie schweigt: Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks von Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Ein Wettschein, den man nach dem Sieg in einer Schublade vergisst, ist ein Wettschein ohne Wert.
Unter dem Strich bleibt Sporttip für einen Grossspiel-Wetter das einzige in der Schweiz bewilligte und damit durchsetzbare Angebot — und die Begrenzung auf CHF 1’000 pro Kombinationswette sowie der 26-Wochen-Anspruch auf den Gewinn sind die beiden praktischen Kosten, die man beim Lesen einer Prognose nicht sieht.
Loterie Romande Jouez Sport: bewilligt, mit einem Deckel auf dem Grossen
Jouez Sport ist das Pendant für die Westschweiz und der zweite bewilligte Schweizer Veranstalter, unter derselben Rechtsgrundlage und derselben Aufsicht.
Das Versorgungsgebiet entspricht den sechs Westschweizer Kantonen. Die Loterie Romande betreibt ein dichtes Vertriebsnetz von 2’350 Verkaufsstellen, das ist ihre eigentliche Stärke: Wer in Lausanne oder Genf schnell einen Wettschein ausfüllen will, findet einen Schalter. Für einen Leser von Prognosen ist die Fussnote wichtiger: Der Wettschein an der Verkaufsstelle wird von einer Person angenommen, und genau diese Situation hat die Gespa 2025 in 47,5 % von 200 Versuchen an Minderjährige verkauft.
Bei der Kehrseite der Zahlungsseite ist Jouez Sport die klarste Zahl im Feld. Der Höchstgewinn beträgt CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Deckel ist damit eine reale obere Schranke: Ab CHF 300’000 endet das, was eine einzige Wette tragen kann — bei einem Mega-Ergebnis nützt es nichts, dass die Prognose gestimmt hat.
Auch die landschaftliche Einbettung relativiert die Sache. Die Loterie Romande steht seit ihrer Gründung im Dienst von Kultur, Sport und sozialen Projekten in der Westschweiz. Das ist kein Werbeargument für den Wetter, aber es beschreibt, wo das Geld des Verlierers hingeht.
Die Gesamtbeurteilung fällt klar aus: Jouez Sport ist der zweite Ort, an dem ein Wettschein in der Schweiz überhaupt eine Wirkung entfaltet, mit einem eng geschnittenen Höchstgewinn und einer Franchise von 2 bis 10 Voraussagen, die jede Prognoseliste auf ein handhabbares Format zwingt.
HornetBet: ein Angebot ohne Deckung in der Schweiz
HornetBet ist ein internationaler Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die gemeldete Bewilligung ist nicht erstellt, und eine solche hätte in der Schweiz ohnehin keine Wirkung. Der Anbieter ist nicht mit dem Schweizer Sperrregister verbunden und bietet keinen Schweizer Rechtsweg. Seine Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden.
Was das praktisch bedeutet: Der Anbieter ist im Schweizer Markt nicht gedeckt. Ansonsten ist die Bewertung zurückhaltend — zu Angebot, Bonushöhe und Wettprogramm ist über die Bewilligungsfrage hinaus nichts belegt, und was dort steht, ändert sich schneller als jede Übersicht. Wer ein Konto in Betracht zieht, prüft die Bedingungen auf der Plattform selbst, und zwar die Bedingungen zur Auszahlung und zur Kontosperrung zuerst.
Die nüchterne Einschätzung: Auffindbarkeit ist kein Merkmal. Dass ein Name in Suchresultaten neben kostenlosen Wettprognosen erscheint, ist das Ergebnis einer Anzeige und nicht das Ergebnis einer Prüfung. Ohne Schweizer Bewilligung trägt der Wetter jeden Streit selbst, und das ist bei einem einzigen grösseren Gewinn die teuerste Eigenschaft der ganzen Liste.
myBet: das gleiche Bewilligungsprofil, der gleiche Vorbehalt
myBet gehört zur zweiten Gruppe und teilt deren Rechtsstellung: keine Schweizer Bewilligung, keine im Inland anerkannte Bewilligung, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Aufnahme in die Sperrliste.
Für den Leser dieser Seite ist damit das Wichtigste gesagt, und der Rest ist Detailarbeit. Was bei myBet konkret an Sportarten, Märkten und Konditionen angeboten wird, ist über das Bewilligungsprofil hinaus nicht belegt und wechselt mit dem Anbieter selbst; wer dort ein Konto eröffnet, sollte die Konditionen auf der Plattform prüfen und nicht in einem Vergleichstext. Der Punkt, der sich nicht prüfen lässt, ist der Punkt mit dem grössten Gewicht: Bei einem ausländischen Anbieter gibt es für einen Schweizer Wetter keinen Rechtsweg, und bei einem allfälligen Auszahlungsstreit ist das die entscheidende Lücke.
Betovo: ein Name ohne Wirkung im Inland
Betovo steht in der Gruppe der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, mit den nämlichen Folgen: keine Bewilligung des Bundes oder der Kantone, keine Wirkung einer ausländischen Bewilligung im Schweizer Recht, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste als Möglichkeit.
Aus Sicht des Kostenkapitels, das diese Seite durchzieht, hat ein solcher Anbieter einen schwer prüfbaren Punkt: Wie hoch seine Marge im konkreten Markt liegt, lässt sich nur am eigenen Wettprogramm ablesen, und dazu müsste man dort ein Konto unterhalten. Wer einen Vergleich der Auszahlungsquoten sucht, findet ihn nicht in einer Anbieterübersicht, sondern in der eigenen Rechnung an einem konkreten Markt.
BassBet: Bewilligungsfrage geklärt, alles andere offen
Bei BassBet gilt dasselbe Profil: ein internationaler Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, mit einer im Ausland gemeldeten Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz, ohne Sperrregisteranbindung und ohne Schweizer Rechtsweg. Eine Aufnahme in die Sperrliste ist möglich.
Der einzige Punkt, der hier wichtig ist, ist auch der unauffälligste. Für einen Schweizer Wetter bedeutet die fehlende Bewilligung nicht nur fehlenden Schutz, sondern einen völlig anderen Umgang mit Streitfällen. Ein Schweizer Veranstalter muss sich an eine Aufsicht halten; ein Anbieter ohne Bewilligung nicht. Wer dennoch dort spielt, sollte die Auszahlungsbedingungen vorher lesen und nicht erst, wenn es um Auszahlung geht.
GG Bet: der Name macht die Bewilligung nicht
GG Bet ist ohne Schweizer Bewilligung im Umlauf und fällt in dieser Übersicht in die Referenzgruppe. Es gibt keine Schweizer Bewilligung, eine ausländische hätte keine Wirkung, und die übrigen Folgen — Sperrregister, Rechtsweg, Sperrliste — sind die dieser Gruppe.
Die Fragen, die dieser Anbieter für Schweizer Wetter aufwirft, sind Angebotsfragen: Welche Sportarten und Märkte werden geführt, wie hoch sind die angebotenen Quoten, wie ist die Auszahlung geregelt. Diese Fragen lassen sich nur an einem konkreten Markt beantworten, und wer ein Interesse daran hat, sollte sie dort beantworten. Die Bewilligungsfrage jedenfalls ist nicht durch den Umfang des Angebots zu heilen.
FortuneJack: Bewilligung, Register, Rechtsweg fehlen
FortuneJack gehört in dieselbe Kategorie und teilt die Bewilligungslage: keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Aufnahme in die Sperrliste.
Was FortuneJack von der Ausgangslage her auszeichnet, ist weniger die Bewilligung als die Positionierung: Das Wettangebot ist Teil eines breiteren Spielangebots, das mehr als eine Produktlinie umfasst. Wer dort Sportwetten abschliesst, tut das an einer Stelle, an der Sport und andere Spiele unter einem Dach stehen. Diesen Umstand sollte man beim eigenen Budget berücksichtigen, denn der verfügbare Geldbetrag ist derselbe.
Die Bewertung fällt damit aus wie bei den anderen: kein Swiss-Netz, kein Swiss-Schutz, und die Verantwortung für jede Entscheidung bleibt vollständig beim Wetter.
BetLabel: ohne Bewilligung, ohne Schweizer Anspruch
BetLabel ist ein weiterer Anbieter in der Gruppe ohne Schweizer Bewilligung. Die gemeldete Bewilligung ist nicht erstellt und hätte in der Schweiz keine Wirkung; es gibt keine Sperrregisteranbindung und keinen Schweizer Rechtsweg, und eine Aufnahme in die Sperrliste ist möglich.
Die Bewertung hier dreht sich um einen Punkt, der in keinem Werbetext steht: Eine Wette bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist ein Rechtsgeschäft nach dessen Regeln. Das ist kein Kavaliersdelikt von Seiten des Wettenden, aber es ist ein Geschäft ohne Schweizer Instanz. Wer Streit vor einem Schweizer Gericht führt, muss eine Zuständigkeit begründen können, und genau das ist bei einem Anbieter ohne hiesige Bewilligung nicht vorgesehen. Ein Gewinn bleibt also ein Anspruch gegen eine Adresse, die im Ausland liegt.
Jackbit: kein Schweizer Wettschein, keine Schweizer Aufsicht
Jackbit schliesst die Reihe und steht wie die anderen sieben in der Kategorie ohne Schweizer Bewilligung: keine Bewilligung, keine Wirkung einer ausländischen Bewilligung, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste als Option.
Was diese Position praktisch bedeutet, ist von den vorherigen Fällen nicht zu unterscheiden und soll hier auch nicht künstlich unterschieden werden. Der einzige Zusatz, den man Jackbit mitgeben kann, ist eine Erinnerung an den Rechtsrahmen: Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich nach Artikel 130 des Geldspielgesetzes strafbar, bei gewerbsmässigem Handeln mit bis zu fünf Jahren. Der Spielende wird nicht bestraft — der Bundesrat hat das so entschieden. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter beschlagnahmt werden, und dagegen hat der Spieler nichts in der Hand.
Was der Vergleich über Prognosen sagt
Zehn Anbieter, zwei Bewilligungen, eine Prognose. Diese Zusammenfassung ist unbequem und trotzdem die richtige.
Eine kostenlose Wettprognose ist für sich genommen neutral. Sie verleiht keinem Anbieter eine Eigenschaft und nimmt keinem etwas. Was sie nicht mitbringt, ist die Antwort auf die Frage, auf welchem Wettschein sie landen darf. Bei Swisslos und der Loterie Romande ist die Antwort klar und mit einem Rechtsweg unterlegt. Bei den anderen acht ist die Antwort eine ausländische und ohne Schweizer Wirkung.
Auf der Preis- und Zugangsseite lassen sich die Schweizer Schranken beziffern: CHF 1 bis CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette bei Sporttip, CHF 10’000 pro Systemwette, eine gratis Auszahlung zweimal in 365 Tagen und 3 % Firmenkommission ab der dritten, ein Höchstgewinn von CHF 300’000 pro Wette und CHF 1’000’000 pro Multiple bei Jouez Sport, ein Steuerfreibetrag, der erst bei einer Million beginnt. Wer in diesem Rahmen spielt, spielt ein Produkt mit Kosten und Grenzen, deren Umriss bekannt ist — und genau das ist der Vorteil.
Was diese Übersicht mit den Anbietern selbst nicht leisten kann, ist ein Preisvergleich ihrer Quoten. Dafür braucht es einen konkreten Markt. Bei dem in dieser Seite vorgerechneten Zwei-Weg-Markt mit 1.90 auf beiden Seiten liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 % und die Marge bei rund 5 % — ein illustratives Beispiel, kein notierter Preis. Wer zwei Anbieter auf einen konkreten Markt vergleicht und dieselbe Rechnung anstellt, hat in fünf Minuten eine belastbare Zahl. Wer stattdessen eine Prognose liest, hat eine Meinung.
Schlusswort: der Wert einer Gratisprognose in einem Satz
Eine kostenlose Wettprognose ist gratis, weil sie nicht das Produkt ist. Das Produkt ist der Wettschein, und auf dem Wettschein steht der Preis.
Wer bis hierher gelesen hat, hat alles in der Hand, um diesen Preis zu schätzen. Er besteht aus einer Marge von rund fünf Prozentpunkten in einem symmetrischen Zwei-Weg-Markt und deutlich mehr in Märkten mit drei Ausgängen, aus dem Höchsteinsatz von CHF 1’000 pro Kombinationswette bei Sporttip und von CHF 300’000 Höchstgewinn bei Jouez Sport, aus einer 3-%-Kommission ab der dritten Auszahlung in 365 Tagen und aus einem Steuerfreibetrag, der bei CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn beginnt. Zusammengenommen ist das kleiner als der Erwartungswert, den ein Portal verspricht, und grösser als null — genauer lässt es sich nicht sagen, und wer das nicht glaubt, rechnet an einem einzigen Markt selbst.
Der Nutzen einer Gratisprognose liegt darin, was der Leser daraus macht. Sie zeigt, welche Daten es über ein Spiel gibt, wie ein Modell daraus eine Zahl macht und wie schnell diese Zahl an Bedeutung verliert, wenn man sie neben die Quote stellt. Es gibt keinen Ort, an dem man die Güte einer Prognose schöner sehen könnte als an einem Markt, den man selbst ausrechnet.
Und es gibt in der Schweiz keinen vierten Kniff. Das Angebot ist auf zwei Veranstalter begrenzt, und wer hierzulande einen Wettschein ausfüllen will, weil eine Prognose es vorschlägt, hat sich für einen Zugang entschieden: Speicherung des Namens, Limiten, die vorher gesetzt werden — sofern man im Vertragsgebiet wohnt — oder eine Wette ohne Schweizer Instanz. Zwei Wege, derselbe Wettschein, zwei Kostenprofile. Die Wahl trifft der Wetter, niemand sonst.
Häufige Fragen zu kostenlosen Wettprognosen
Wie entsteht eine Wettprognose, und welche Daten fliessen ein?
In die Schätzung fliessen Form der letzten Spiele, Statistik wie Ballbesitz und Abschlussqualität, der Heimvorteil sowie Verletzungen und Sperren ein. Der Modellwert wird anschliessend in eine Wahrscheinlichkeit umgerechnet und gegen die Quote gestellt. Geprüft wird ein Datensatz, nicht ein einzelnes Spiel. Der Aufwand liegt in der Datenpflege, nicht im Tipp auf eine Mannschaft.
Warum garantiert eine kostenlose Prognose keinen Gewinn?
Weil sie eine Wahrscheinlichkeit schätzt und kein Ergebnis kennt. Aufstellung, Tagesform, Platzverweis oder ein Videoschiedsrichter-Entscheid stehen in keinem Modell. Dazu kommt der Preis: In einem Markt mit 1.90 auf beiden Seiten behält der Veranstalter rund 5 % ein. Selbst ein gutes Modell muss diesen Abschlag ausgleichen, bevor irgendetwas hängen bleibt. Ein Gewinn auf einer einzelnen Prognose bleibt Zufall.
Welche Rolle spielt die Quote bei der Bewertung einer Prognose?
Sie ist der Gegenpol der Schätzung und die einzige Grösse, die nicht von der Prognose abhängt. Die Marktwahrscheinlichkeit ergibt sich aus dem Kehrwert der Quote, bei 1.90 also rund 52,6 %. Liegt die eigene Schätzung höher, ist der Preis aus Modellsicht zu hoch. Ohne diesen Vergleich bleibt eine Prognose eine Meinung.
Was ist die Marge, und wie wirkt sie auf eine Prognose?
Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter von jedem Einsatz einbehält. Bei einem Zwei-Weg-Markt mit 1.90 auf beiden Seiten liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 % und die Marge bei rund 5 % — ein Beispiel, kein notierter Preis. Die Marge erhöht die Hürde für jedes Modell und wächst bei Kombinationen, weil die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten ist. Eine Prognose muss also zuerst die Marge verdienen.
Wo darf in der Schweiz legal auf eine Prognose gesetzt werden?
Nur bei Swisslos mit dem Produkt Sporttip und bei der Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Beide verfügen über eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung je Spiel unter dem Geldspielgesetz, unter Aufsicht der Gespa. Voraussetzung ist Wohnsitz im jeweiligen Versorgungsgebiet. Bei allen anderen Anbietern ist die Bewilligung nicht erteilt, und eine ausländische Bewilligung hat hier keine Wirkung.
Tipps – zahlungenwettench
Inhalt erstellt vom Team «zahlungenwettench»
