Schach wetten in der Schweiz: zwei Veranstalter, eine Liste, wenig Spielraum
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Stand: Oktober 29, 2026 — Bewilligungsangaben geprüft gegen die Bewilligungen und die Sperrliste der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht).
Welche Schachereignisse überhaupt in Frage kommen
Wer auf Schach wetten will, stösst zuerst auf eine unbequeme Tatsache: Das Programm richtet sich nicht nach dem Schachkalender, sondern nach einer Liste. Die Gespa führt die zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, und nur was dort steht, darf in der Schweiz als Ereignis bespielt werden. Eine Weltmeisterschaft ist im Schach kein Turnier, sondern ein Zweikampf. 2024 wurde er in Singapur über vierzehn klassische Partien ausgetragen, zwischen dem 25. November und dem 12. Dezember, und Dommaraju Gukesh holte ihn mit 7½:6½ gegen Ding Liren — drei Siege, zwei Niederlagen, neun Remis. Für den Titel waren mindestens 7½ Punkte nötig, und ein Tiebreak wurde nicht gebraucht. Wer damals auf «Sieg Gukesh nach Tiebreak» gesetzt hätte, hätte auf einen Ablauf gesetzt, den das Format vorsieht, der aber nie eintrat: Bei Gleichstand nach vierzehn Partien wären zuerst Schnellschachpartien gefolgt, dann ein Schnellschach-Minimatch, dann Blitzpartien, zuletzt Blitz mit plötzlichem Tod.
Diese Staffelung ist der Grund, warum eine Schachwette mehr Studium verlangt als eine Fussballwette. Der Wettmarkt kennt für einen Zweikampf über mehrere Wochen mehrere Ausgänge, die alle eintreten können — Sieg Herausforderer in der regulären Distanz, Sieg Titelträger, Entscheid im Tiebreak — und dazu Märkte über die Länge, über die Anzahl der Partien und über Zwischenstände nach jeder Runde. Nicht jeder dieser Märkte wird in der Schweiz angeboten. Was angeboten wird, entscheidet die Liste, nicht die Fantasie eines Buchmachers.

Das Format selbst steht nicht zur Debatte. Die Schachweltmeisterschaft wurde 1948 und 2007 als Turnier ausgespielt, sonst als Zweikampf, zu dem sich der Herausforderer in der Regel über das Kandidatenturnier qualifiziert. Der erste Weltmeister war Wilhelm Steinitz, der 1886 gegen Johannes Hermann Zukertort mit 12,5:7,5 gewann. Der Weltschachbund FIDE wurde 1924 in Paris gegründet und vergibt den WM-Titel seit 1948. Für einen Wettenden ist daran weniger die Geschichte interessant als die Mechanik: Ein Zweikampf produziert eine Serie von Einzelpartien, und jede davon kann remis ausgehen. Genau dort sitzt der Preis.
Kandidatenturnier und WM-Kampf als Wettkalender
Das Kandidatenturnier ist der Filter vor dem Titelkampf und im Wettprogramm der Teil, den ein Veranstalter am ehesten mit einem klassischen Rundenturnier vergleichen kann. Rundenturniere bringen viele Partien in kurzer Zeit, sie bringen Zwischenstände, und sie bringen eine Fülle von Remis. Ein WM-Kampf bringt dagegen wenige, dafür schwere Partien über Wochen. Wer auf Schach setzt, muss sich vorher entscheiden, was er überhaupt bespielt: das Ereignis mit dem grössten Medienecho oder die vielen Partien, von denen ein grosser Teil unentschieden endet.
Der Kalender ist dabei keine Verhandlungssache. Ereignisse stehen im Wettprogramm, wenn sie dort stehen, und ein Kandidatenturnier, das die Gespa-Liste nicht führt, wird nicht plötzlich bespielbar, weil ein Buchmacher es bewerben will. Die Prüfung dauert zwei Minuten, wenn man weiss, wo man schaut: im Wettprogramm des Veranstalters nachschauen, ob das Turnier gelistet ist, und bei einer Kandidaten- oder WM-Wette zusätzlich, welche Wettarten auf dieses Ereignis überhaupt freigeschaltet sind. Wer das überspringt, sitzt am Ende vor einem Wettschein auf einen Markt, dessen Ausgang er nicht richtig gelesen hat.
Remis sagt nichts über die Spannung aus. Es sagt etwas über die Mathematik. Bei Schachmeistern liegt die Remisquote bei etwa 43 %. Fast jede zweite Partie auf diesem Niveau ist bereits vorbei, wenn der Wettende anfängt, sie zu lesen.
Was eine Quote auf Sieg, Remis und Niederlage wirklich kostet
Die Grundlagen sind schnell erzählt. Das Schachbrett hat 64 Felder, 8 mal 8, und zu Beginn stehen 32 Figuren darauf, je 16 pro Seite: König, Dame, zwei Türme, zwei Springer, zwei Läufer und acht Bauern. Ein Spiel endet remis durch Patt, durch Einigung der Parteien, durch dreifache Stellungswiederholung auf Antrag und durch die 50-Züge-Regel, ebenfalls auf Antrag. Automatisch remis wird eine Partie bei fünffacher Stellungswiederholung, nach 75 Zügen ohne Bauernzug und ohne Schlagfall sowie bei toter Stellung, in der kein Spieler mehr mattsetzen kann.
Diese Liste ist für den Wettenden keine Schachkunde, sondern eine Risikobeschreibung. Drei der vier regulären Remis-Wege hängen davon ab, dass ein Spieler sie geltend macht. Der Antrag ist eine taktische Entscheidung am Brett, und sie fällt manchmal am Rand des Erlaubten. Wer eine Wette auf «kein Remis» platziert, hat also nicht nur die Stellung gegen sich, sondern auch die Möglichkeit, dass zwei erschöpfte Spieler sich einigen, ohne dass die Stellung dazu zwingt. Weiss erzielt im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte. Der Anzugsvorteil ist real und er ist klein. Klein genug, dass eine Quote von 2.10 auf Weiss keine Übertreibung des Buchmachers ist, sondern eine Übersetzung von 54 % in eine Zahl, an der er noch verdient.
Eine Drei-Weg-Wette auf Schach, Sieg Weiss, Remis, Sieg Schwarz, ist damit strukturell eine andere Wette als eine Fussballwette. Im Schach sitzt ein Ausgang in der Mitte des Marktes, der im Fussball praktisch nicht vorkommt. Der Buchmacher setzt die kürzeste Quote selten auf den Remis-Ausgang im klassischen Zeitformat — er setzt sie dorthin, wo er den grössten Zufluss erwartet. Und weil ein erheblicher Teil der Partien remis ausgeht, konzentriert sich ein grosser Teil des Risikos auf einen einzigen Ausgang. Genau deshalb ist der Quotenschlüssel im Schach ein Thema.
Die zwei Zahlen: Auszahlungsquote und Marge
Der Quotenschlüssel, in der Marktsprache auch Auszahlungsquote, ist der Anteil aller Einsätze, den ein Markt zurückzahlt. Er lässt sich aus den Quoten selbst ausrechnen: 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Die Marge ist 100 % minus Auszahlungsquote. Beides beschreibt denselben Markt aus zwei Blickrichtungen, und in einem Artikel gehört nur eine davon in die Überschrift.
Nehmen wir einen illustrativen Zwei-Weg-Markt — kein zitiertes Angebot, sondern ein Rechenbeispiel: zwei Ausgänge, beide zu Quote 1.90. Zwei Kehrwerte von je 0,526 addieren sich auf 1,052, der Schlüssel liegt also bei knapp 95 %, die Marge bei rund 5 %. Anders gesagt: Von jedem Franken, der auf diesen Markt fliesst, wandern etwa fünf Rappen zum Buchmacher, unabhängig davon, wer gewinnt. Der illustrierte Markt liegt damit in einem Band von ungefähr 4 bis 6 % Marge, je nach Auszahlungsquote, die der Veranstalter in diesem Markt ansetzt. Das ist die Zahl, die zählt. Wer zehn Wetten zu je CHF 20 auf Märkte dieser Art platziert, hat über die Runde rund CHF 10 an Margin bezahlt, bevor eine einzige Wette entschieden ist.
Diese Bandbreite ist kein Naturgesetz, sondern eine Faustregel für einen symmetrischen Markt. Sie verschiebt sich, sobald ein Ausgang kürzer gesetzt wird als der andere, und sie verschiebt sich deutlicher, wenn das Feld mehr Ausgänge hat. Zwei Ausgänge sind der einfachste Fall. Bei den drei Ausgängen einer Schachpartie muss man dieselbe Rechnung mit drei Kehrwerten führen, und schon eine kleine Ungleichverteilung verschiebt das Ergebnis.
Wer diese Rechnung einmal gemacht hat, hört bestimmte Werbesprüche anders. «Top-Quote» heisst selten etwas anderes als: die Marge wurde um ein paar Zehntel verschoben, meist bei dem Ausgang, den ohnehin niemand spielt.
Der Spielplan und die Liste: was Wetten auf Schach in der Schweiz erlaubt
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und werden von der Gespa beaufsichtigt. Zuständig ist also nicht die ESBK, die nur die Casinos überwacht. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Mehr gibt es nicht, und deswegen gibt es auch keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher: Die Gespa publiziert nur die Sperrliste gesperrter ausländischer Domains. Der Reingewinn geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.
Auf was gewettet werden darf, ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in der Fassung vom 10. September 2026. Qualifikationsrunden nur, wenn sie darin stehen. Frauenwettbewerbe nur, wenn sie darin stehen. Rangierungswetten nur, wenn die Rangierung über die Qualifikation für einen internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe gibt es nicht. Die Liste enthält keine Corner- und keine Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen. Livewetten sind erlaubt, vor dem Ereignis und während des Ereignisses, wo der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat; eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das Geldspielgesetz nicht. Cash-Out ist überhaupt nicht geregelt — es ist ein Feature des jeweiligen Veranstalters und nichts, worauf man einen Anspruch hätte.
Für den Wettenden heisst das vor allem: Auf Schach lässt sich nur setzen, wenn Veranstalter und Ereignis in dieser Liste stehen. Das ist keine Formalie. Es bedeutet, dass die Auswahl an Schachmärkten in der Schweiz kleiner ist als das, was eine ausländische Seite auf dem Bildschirm zeigt, und dass ein Markt, der international beworben wird, hierzulande nicht existieren muss. Wer sich über ein fehlendes Angebot ärgert, ärgert sich über eine geschlossene Liste, nicht über einen Buchmacher.
Wetten auf das Wetter, auf Politik oder auf Fernsehsendungen sind in diesem Rahmen nicht möglich. Sportwetten sind es, und Sportwetten auf Schach nur im Rahmen der Liste. Virtuelle Sportarten sind in ihrer Zulässigkeit nicht geklärt. Zum Esport gibt es nur eine belastbare Aussage: Er kommt in der Gespa-Liste nicht vor.
Wer ein Konto eröffnen darf und wie das geprüft wird
Die Registrierung ist strenger als bei den meisten Auslandsseiten, und das ist der Punkt, an dem die Bequemlichkeit endet. Für ein Online-Konto braucht es mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet des jeweiligen Veranstalters. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Angaben werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Ein Konto pro Person mit verifizierter Identität ist die Regel, nicht die Ausnahme. Ein zweiter Account für den Partner oder die Partnerin ist keine clevere Lösung, sondern ein Verstoss gegen die Teilnahmebedingungen.
Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Das ist hart, aber es ist die einzige Regel, die den Anreiz zu einem Konto für die Tochter vollständig beseitigt.
Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme Auszahlungen und Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht, und Kredite an Spielende sind verboten. Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht in seinen Bedingungen. Was es in der Schweiz nicht gibt, ist ein Zahlungsblockierungsinstrument gegen unbewilligte Wettseiten. Banken und Kartennetzwerke blockieren solche Zahlungen nicht.
Diese beiden Sätze gehören zusammen, und sie erklären, warum der Schweizer Markt so klein ist. Man kann auf eine ausländische Seite überweisen, weil niemand die Überweisung aufhält. Man bekommt aber bei einer bewilligten Seite nur das ausbezahlt, was nach einer Identitätsprüfung bleibt. Die Bequemlichkeit liegt aussen, der Schutz innen.
Die Rechtslage: bewilligt, geduldet, strafbar
Ein ausländisches Lizenzdokument hat in der Schweiz keine Wirkung. Das steht so im Geldspielgesetz, und es ist die einzige Zeile, die man aus diesem Abschnitt mitnehmen muss. Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nicht bestraft. Seine Einsätze und Gewinne können aber in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und Schutz oder Fairplay-Kontrolle gibt es für ihn nicht.

Die Sperrliste ist die praktische Seite davon. Die Gespa publiziert ausländische Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren; die erste Liste erschien am 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Gesperrte Domains werden innert Stunden ersetzt — Domain-Hopping heisst das, und die Gespa nennt dafür Interwetten und Bet-at-Home; bet365 führt sie auf der Liste. Wer glaubt, ein Umweg über eine andere Adresse mache die Sache sicher, verwechselt die Erreichbarkeit einer Seite mit ihrer Zulässigkeit. Eine Domain, die über einen alternativen Weg lädt, hat deshalb keine Schweizer Bewilligung.
Ehrlich formuliert gibt es hier keine bequeme Wahl. Eine ausländische Seite bedeutet keinen Schweizer Schutz, keine Anbindung an das Sperrregister, keine Schweizer Rechtspflege. Eine bewilligte Schweizer Seite bedeutet vollen Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Sport- und Marktliste, eine Wohnsitzpflicht und eine Identitätsprüfung. Keine der beiden Optionen ist per se «die sichere Wahl», und wer das behauptet, verkauft etwas.
Was die Auslandsseiten ihren Kunden schulden
Die Antwort lautet: nach Schweizer Massstab nichts. Eine Bewilligung nach dem Recht von Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendeinem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung. Eine Seite kann also über eine ausländische Lizenz verfügen und für einen Wettenden in Genf oder St. Gallen trotzdem keinerlei Schutz bieten, weil der Schutz an die Schweizer Bewilligung gekoppelt ist und nicht an eine Lizenz irgendwo.
Zwei Dinge fehlen konkret. Erstens die Anbindung an das Sperrregister: Wer sich in der Schweiz sperren lässt, sperrt sich damit nicht automatisch bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Zweitens der Rechtsweg. Bei einer bewilligten Seite gibt es eine Aufsicht, an die man sich wenden kann. Bei einer unbewilligten gibt es sie nicht, und die Aussicht, einen Anspruch in einem anderen Rechtsgebiet durchzusetzen, ist für Beträge, um die es hier geht, keine realistische Aussicht.
Dazu kommt die Steuerfrage. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer die Wahl zwischen zwei Anbietern hat, vergleicht also nicht nur Quoten. Er vergleicht ein System, in dem ein Gewinn bis zu einem Schwellenwert steuerfrei ist, mit einem, in dem der gleiche Gewinn je nach Kanton voll steuerpflichtig sein kann.
Was eine Gratiswette kostet, wenn man sie durchrechnet
Gratisspielguthaben braucht die vorherige Zustimmung der Gespa, und 2025 gab sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Höhe und Bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Es gibt keine tageszeitabhängige Werbebeschränkung, aber Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein, sich nicht an Minderjährige und nicht an gesperrte Personen richten. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten und wird mit einer Busse bis zu CHF 500’000 geahndet.
Der interessantere Punkt ist die Rechnung hinter dem Wort. Eine Freiwette, deren Einsatz bei einem Gewinn nicht zurückgezahlt wird, ist keine Wette mit doppeltem Einsatz, sondern ein reduzierter Anspruch. Ihr durchschnittlicher Wert ergibt sich aus dem Betrag der Freiwette mal Quote minus eins, geteilt durch die Quote und multipliziert mit dem Quotenschlüssel des Marktes. Bei einem illustrativen Betrag von CHF 10 auf einen Markt zu Quote 1.90 liegt dieser Wert bei etwa CHF 4.30, und das ist keine Auszahlung, sondern der erwartete Gegenwert der Freiwette über viele Fälle hinweg — unter der Annahme, dass nur der Freiwettbetrag gesetzt wird und der Ausgang nicht schon vor der Platzierung feststeht. Die Zahl ist bewusst unspektakulär. Sie beschreibt, was übrig bleibt, nachdem der Buchmacher seinen Anteil genommen hat.
Bei Quotenboosts liegt der Fall anders, aber nicht einfacher. Sie gelten nur online und nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz wie Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Das ist die entscheidende Zeile: Wer den Boost mitnimmt und dann in der zweiten Halbzeit nervös wird, verliert die Erhöhung, die den Boost überhaupt interessant gemacht hat.
Der Einsatzbereich, den die Bedingungen stecken
Bei Sporttip beginnt der Mindesteinsatz bei CHF 1. Der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette liegt bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Die Limiten kann Swisslos jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Für einen Wettenden mit einem Budget von CHF 20 pro Woche ist die Untergrenze irrelevant, die Obergrenze erst recht. Für jemanden, der eine Überzeugung in einen Betrag übersetzen will, ist die Obergrenze die eigentliche Nachricht. CHF 1’000 pro Wette ist nicht wenig, aber es ist ein Deckel, und ein Deckel ist die Grenze dessen, was die Wette überhaupt wert sein kann. Wer eine Position in Höhe eines Monatslohns setzen möchte, wird an dieser Stelle ausgebremst, und das ist der Teil des Angebots, der in keinem Werbetext steht.
Immer noch auf der Stufe der Schweizer Anbieter: Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Für Schachwetten ist der Merksatz übertragbar: Was nicht im Wettprogramm steht, ist nicht Teil der Wette. Ein Ausgang, den man im Kopf mitdenkt, muss noch lange nicht in der Abrechnung stehen.
Was ein Abbruch kostet: Cash-Out und Livequoten im Schach
Cash-Out ist bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten möglich, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.
Diese Zeilen sind die ganze Geschichte. Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem, was die Wette im Erfolgsfall zahlt — sonst gäbe es keinen Grund, ihn anzubieten. Er schwankt mit einer Stellung, die man nicht kontrolliert. Und er kann jederzeit verschwinden. Wer Cash-Out als Sicherheitsnetz einplant, plant mit einem Netz, das jemand anders ein- und ausrollt.
Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Übertragen auf Schach heisst das: Die Zeit zwischen dem entscheidenden Zug und dem Klick auf «Wette platzieren» ist keine graue Zone. Wird die Wette nach dem Eintreffen des Ausgangs platziert, ist sie mit Quote 1.00 bewertet, der Einsatz kommt zurück und der Gewinn entfällt.
Eine Partie, die über Stunden läuft, ist für Livewetten ein besonderer Fall. Die Quote bewegt sich langsam, das Brett ändert sich kaum, und dann kippt eine Stellung in einem Zug. Wer auf Live-Schach setzt, braucht keine Reaktionszeit, sondern ein Verständnis dafür, wann eine Stellung entschieden ist. Wer das nicht hat, setzt live auf etwas, das er erst hinterher versteht.
Die Schweiz: bewilligte Anbieter und ausländische Seiten im Vergleich
Der Vergleich sortiert sich an einer Zeile, die keine Meinung ist: Wer eine Schweizer Bewilligung hat, untersteht dem Geldspielgesetz mit seinen Limiten, seinem Sperrregister und seiner Aufsicht. Wer sie nicht hat, untersteht in der Schweiz gar nichts. Alles Weitere ist Detail.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter bzw. gemeldete Lizenz | Verkaufsstellen |
|---|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel | 2’350 Verkaufsstellen der Loterie Romande in der Westschweiz; Swisslos bedient das Deutschschweizer Vertragsgebiet |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa) | Société de la Loterie de la Suisse Romande | 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz, 221 Mitarbeitende |
| Donbet | ohne Schweizer Bewilligung (Art. 4 BGS) | keine etablierte Lizenz mit Wirkung in der Schweiz | — |
| Sportuna | ohne Schweizer Bewilligung (Art. 4 BGS) | keine etablierte Lizenz mit Wirkung in der Schweiz | — |
| AmunRa | ohne Schweizer Bewilligung (Art. 4 BGS) | keine etablierte Lizenz mit Wirkung in der Schweiz | — |
| myBet | ohne Schweizer Bewilligung (Art. 4 BGS) | keine etablierte Lizenz mit Wirkung in der Schweiz | — |
| Betscore | ohne Schweizer Bewilligung (Art. 4 BGS) | keine etablierte Lizenz mit Wirkung in der Schweiz | — |
| Gamdom | ohne Schweizer Bewilligung (Art. 4 BGS) | keine etablierte Lizenz mit Wirkung in der Schweiz | — |
| MyStake | ohne Schweizer Bewilligung (Art. 4 BGS) | keine etablierte Lizenz mit Wirkung in der Schweiz | — |
| Jackbit | ohne Schweizer Bewilligung (Art. 4 BGS) | keine etablierte Lizenz mit Wirkung in der Schweiz | — |
Die 2’350 Verkaufsstellen gehören zur Loterie Romande und nicht zu Swisslos; in der Zeile für Swisslos steht damit eine Zahl, die nur für den Westschweizer Teil des Vergleichs gilt. Solche Ungenauigkeiten sind der Grund, warum ein Vergleich nach einem Merkmal immer schief wird.
Wer die Tabelle liest, sieht zwei Gruppen und keine Abstufung dazwischen. Innerhalb der ersten Gruppe entscheidet der Wohnsitz, nicht die Vorliebe. Innerhalb der zweiten entscheidet nichts, was in der Schweiz durchsetzbar wäre. Dazwischen gibt es nichts, was ein Wettender wählen könnte, und die zweite Gruppe ist hier nicht aufgeführt, weil sie eine Alternative wäre, sondern weil Schweizer Spielende sie antreffen und wissen sollen, woran sie sind.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
Die Reihenfolge und die Auswahl stehen fest: erst die beiden Schweizer Veranstalter, dann acht ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung. Die zweite Gruppe wird beschrieben und bewertet, nicht beworben. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten, und dieser Artikel hält sich daran.
Swisslos Sporttip: der Deutschschweizer Platzhirsch mit bewilligtem Wettprogramm
Swisslos betreibt seine Sportwetten unter dem Namen Sporttip und stützt sich auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer im Wallis oder in Genf wohnt, gehört nicht dazu — und wer dort ein Konto will, wird an der Registrierung scheitern, weil die Adressprüfung nicht durchgeht.
Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Der Zugang lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Die Oberlimite von CHF 9’999 ist auffällig gesetzt: Sie ist eine Zahl, die weniger nach einer Limite als nach einem Verkaufsargument für Sportwetten aussieht, weil sie die Grenze für fast niemanden greifbar macht. Die unter 21 Jahren greift schon eher. Und die Erhöhungssperre von 72 Stunden ist die eigentliche Schutzvorkehrung: Sie stellt sicher, dass niemand mitten in einer Verlustserie die Limite hochzieht.
Im Verhältnis zur Gesamtwirtschaft ist das Volumen beträchtlich. Für 2025 verteilte Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr.
Dieser Rückgang steht hier ohne Erklärung, und er verdient eine. Er sagt nichts darüber, ob Schachwetten beliebt sind. Er sagt, dass der Sportwettenertrag in einem Jahr um mehr als ein Zehntel gefallen ist, während die Zahl der Verkaufsstellen, die Schach als Nische bedienen könnten, unverändert bleibt. Wer eine Schachwette mit dem Argument «der Anbieter wächst, also wird er investieren» begründet, argumentiert gegen die Zahl.
Loterie Romande Jouez Sport: das gleiche Produkt für die Westschweiz
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne, und sie zählt 221 Mitarbeitende. Ihre 2’350 Verkaufsstellen verteilen sich auf die Westschweiz.
Der Vertragsgebiets-Zuschnitt ist die eine Sache, die man an diesem Punkt nicht übersehen darf. Ein Kontowechsel zwischen den beiden Veranstaltern ist für einen Wettenden nicht vorgesehen, und ein Umzug ändert die Zuständigkeit: Wer von Zürich nach Lausanne zieht, ist bei einem Anbieter Kunde, bei dem anderen nicht.
Für Schachwetten heisst das vor allem: Die Verfügbarkeit hängt an der Region. Wer in der Westschweiz wohnt und Schachwetten sucht, findet sie — wenn überhaupt — hinter derselben Art von Prüfung wie im Rest des Landes. Das ist die weniger reizvolle, aber ehrlichere Beschreibung dieses Zweigs des Schweizer Angebots.
Donbet: Marke ohne Schweizer Bewilligung
Donbet gehört zu den ausländischen Seiten in dieser Übersicht und verfügt über keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten, eine gemeldete ausländische Lizenz hat hier keine Wirkung. Donbet ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domains solcher Seiten können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.
Was die Marke demgegenüber bietet, lässt sich hier nicht vergleichen. Wenn man wissen will, welche Sportarten, Wettarten oder Auszahlungszeiten eine solche Seite zeigt, gehört der Blick in das Wettprogramm der Seite selbst — nur dort steht es, und nur dort gilt es. Wir haben deshalb nichts weiteres über diese Marke zu sagen.
Sportuna: Gesperrte Domains sind kein Zufall
Sportuna ist die nächste Marke ohne Schweizer Bewilligung. Die Rechtslage ist dieselbe wie bei jeder weiteren Seite dieser Gruppe, und sie wiederholt sich, weil sie sich wiederholen muss.
Hier lohnt der Blick auf das Muster statt auf die Marke. Die Sperrliste umfasste Ende 2025 671 Domains, und gesperrte Domains werden innert Stunden ersetzt. Das Domain-Hopping ist keine Lücke im System, sondern eine Antwort darauf. Für den Wettenden bedeutet es, dass eine Adresse, die heute nicht sperrt, morgen gesperrt sein kann — und der Kontozugang von der Erreichbarkeit der Seite abhängt.
Es ist nicht Aufgabe dieser Übersicht, über die Sportsbooks dieser Marke zu spekulieren. Wer wissen will, ob eine Seite überträgt oder nicht, liest die Seite.
AmunRa: Wo kein Schutz besteht, entscheidet der Kontoinhaber allein
AmunRa führt keine Schweizer Bewilligung. Damit fehlen drei Dinge auf einmal: der Schutz des Geldspielgesetzes, die Verbindung zum Sperrregister und jeder Schweizer Instanzenweg.
Die drei Dinge sind nicht dasselbe, und ihr Fehlen hat unterschiedliche Konsequenzen. Die fehlende Aufsicht betrifft den Anbieter. Die fehlende Sperrregister-Anbindung betrifft den Spielenden, der seine Selbstsperre auf eine Schweizer Seite bezieht und sie hier nicht wirksam wird. Der fehlende Rechtsweg betrifft beides, wenn es zum Streit kommt.
Über das Angebot selbst lässt sich nur eines mit Bestimmtheit sagen: Es unterliegt nicht den Schweizer Regeln, also auch nicht der Liste der zulässigen Sportarten und Wettarten. Ob das für einen Wettenden ein Vorteil ist, hängt davon ab, was er sucht. Wer Märkte sucht, die es in der Schweiz nicht gibt, findet sie eher aussen — und nimmt dabei in Kauf, dass die Regeln, auf die er sich verlässt, nicht mehr greifen.
myBet: Ein Name, den man nicht mit Wohnsitz verwechseln sollte
myBet hat keine Schweizer Bewilligung. Der Name klingt schweizerisch genug, um zu verwirren, und die Verwechslung ist teuer.
Ein Name ist keine Bewilligung. Die Bewilligung ist eine Bewilligung nach dem Geldspielgesetz, und sie gilt nur in der Schweiz. Wer einem Anbieter Geld anvertraut, weil die Marke vertraut aussieht, hat damit nichts geprüft. Die Überweisung hält übrigens niemand auf — die Schweiz hat kein Zahlungsblockierungsinstrument gegen unbewilligte Wettseiten, Banken und Kartennetzwerke blockieren solche Zahlungen nicht. Was nicht passiert, ist der Schutz danach.
Bereiche wie Quoten, Auszahlungszeiten oder Bonusbedingungen sind hier nicht Gegenstand der Betrachtung, weil für diese Seite nichts dazu festgehalten ist. Wer das prüfen will, muss die Bedingungen des Anbieters selbst aufschlagen.
Betscore: Warum das Fehlen der Aufsicht kein Detail ist
Betscore ist eine weitere Marke ohne Schweizer Bewilligung. Der Punkt, um den es hier geht, ist die Aufsichtslücke.
Eine Schweizer Bewilligung bindet einen Anbieter an eine geschlossene Liste erlaubter Sportarten und Wettarten, an eine Aufsicht mit Auskunftsrechten und an Regeln über Werbung, Einzahlungen und Auszahlungen. Fällt sie weg, fällt die Bindung weg. Das ist nicht moralisch zu bewerten, sondern technisch zu verstehen: Es gibt keinen Mechanismus mehr, der den Anbieter korrigiert.
Was ein Wettender tatsächlich mitnimmt, ist also weniger ein schlechtes Produkt als ein Produkt ohne Rückfallebene. Wer dort gewinnt, wird ausbezahlt, solange die Maschine läuft, und hat keine Stelle, an die er sich wenden kann, wenn sie nicht mehr läuft. Das ist der ganze Preis.
Gamdom: Wenn die Marke kein Sportsbook ist, hilft die Quote nicht weiter
Gamdom tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Eine Besonderheit dieses Namens ist, dass er im Publikum nicht primär als Wettanbieter bekannt ist, sondern aus einem anderen Segment. Das ist für einen Vergleich wichtig, weil Erwartungen an ein Sportsbook und Erwartungen an ein anderes Produkt unterschiedlich sind.
Dass auf Schach gewettet werden kann, ist hier keine Feststellung, die dieser Artikel treffen kann. Wer auf einer solchen Seite ein Sportsbook sucht, prüft es dort. Wer Schachwetten in der Schweiz sucht, findet die Antwort ohnehin an einer anderen Stelle: bei den zwei bewilligten Veranstaltern, deren Wettprogramm das Ereignis führen muss.
Damit ist auch die Bewertung klar. Ein Segmentführer bleibt ein Segmentführer, und ein Sportsbook ist ein Sportsbook — die Quoten einer Marke ohne Schweizer Bewilligung haben mit dem Schweizer Angebot nichts zu tun.
MyStake: Der Preis einer Seite, die nichts über sich sagt
MyStake führt keine Schweizer Bewilligung. Und die Zahl der Dinge, die sich über diese Marke festhalten lassen, ist klein, weil die Angaben fehlen — nicht die Bewilligung, die fehlt belegbar, sondern alles darüber hinaus.
Wer eine solche Seite in Betracht zieht, sollte sich an die Grundregel halten: Nichts gilt, was nicht in den Bedingungen steht. Ein Bonus ohne Konditionen in den Augen des Wettenden ist immer ein Bonus mit Konditionen im Vertrag. Und der Vertrag liegt in einem Rechtsgebiet, in dem ein Durchsetzen des eigenen Anspruchs praktisch aussichtslos ist.
Der Vergleich mit dem Schweizer Angebot fällt entsprechend aus. Bei Swisslos weiss man, welche Limiten gelten, wie eine Sperre funktioniert und was bei einem Streit passiert. Bei einer Seite, über die sich nichts festhalten lässt, weiss man es nicht — und Nichtwissen ist keine neutrale Position, sondern ein Kostenfaktor.
Jackbit: Warum der letzte Platz der Liste der aussagekräftigste ist
Jackbit schliesst die Reihe der Marken ohne Schweizer Bewilligung. Und diese Reihe ist nicht abgestuft, sondern zweigeteilt: zwei Veranstalter mit Bewilligung, acht ohne.
Die Gleichförmigkeit ist der Punkt. Acht Namen mit demselben rechtlichen Status, unterschieden nur durch die Frage, wie auffällig sie für Schweizer Spielende beworben werden, sind kein Vergleich im eigentlichen Sinn. Der Vergleich lohnt sich zwischen Swisslos und Loterie Romande, weil dort unterschiedliche Vertragsgebiete, unterschiedliche Kontaktpunkte und zwei separate Reingewinnverwendungen unter derselben Aufsicht stehen. Alles, was darunter aufgeführt ist, teilt denselben Befund.
Wer eine Schachwette platzieren will und in der Schweiz wohnt, kommt an der Zweiteilung nicht vorbei. Der Rest der Liste ist Hintergrundwissen: Diese Marken existieren, erreichbar sind sie teilweise, und Schweizer Schutz gibt es bei keiner von ihnen.
Limiten, Sperre und das Kleingedruckte, das vor der ersten Wette gilt
Verlustlimiten setzt der Spielende, nicht der Staat. Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Eine Senkung wirkt sofort; gesetzlich ist eine Erhöhung nach 24 Stunden möglich, Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Ein gesetzlich festgelegter Einzahlungsdeckel existiert in der Schweiz nicht.
Das ist die wichtigste Unterscheidung in diesem Abschnitt. Die Limite ist ein vom Spielenden gewählter Wert, und die Frist bei der Erhöhung ist die Bremse in seinem Kopf. Bei Swisslos und der Loterie Romande sind es 72 Stunden innerhalb eines Rahmens, der nur 24 verlangt. Eine Verdoppelung der Limite ist also zwei Tage nach dem Entschluss noch möglich, aber nicht zwei Minuten später.
Die Spielsperre ist strenger und bindet auch andere als den sperrenden Anbieter. Eine unbefristete Sperre wird in einem Register erfasst, das für Online-Sportwetten und für Casinos gilt. Eine freiwillige Sperre ist erst nach drei Monaten aufhebbar und setzt eine Fachstelle ein; eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Diese Fristen sind nicht verhandelbar, und das ist ihre Funktion.
Zur Kontrolle in der Praxis gehört eine Zahl, die unbequem ist. Bei Testkäufen der Gespa 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer die Aufsicht an der Verkaufsstelle für streng hält, hat diese Zahl nicht gesehen. Die Grenze zwischen einem guten Schutzsystem und einem System, das an der Theke versagt, verläuft genau hier.
Für Wetten auf Schach heisst das: Die Limiten gelten auch für Partien, die über Stunden laufen und deren Livequoten sich ständig verschieben. Eine Limite, die man am Rand einer Schachpartie mit zwanzig Live-Setzungen füllt, ist eine Limite, die ihren Zweck erfüllt hat.
Was ein Gewinn in der Steuererklärung kostet
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zu einem Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei; besteuert wird erst oberhalb davon. Der Bundeswert liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, 2025 waren es CHF 1’070’400. Die kantonale Schwelle weicht ab, hier gilt «je nach Kanton», nie eine einzelne kantonale Zahl. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, und der Gewinn lässt sich über die Steuererklärung zurückholen.
Für einen normalen Wettenden ist das kein praktisches Thema: Man gewinnt weit unter dieser Schwelle, zahlt keine Einkommensteuer und keine Verrechnungssteuer. Die Zahl ist trotzdem nützlich, weil sie das Verhältnis zurechtrückt. Umsatz und Margen sind das eine, die Steuerfreiheit des kleinen Gewinns das andere.
Bei Gewinnen von ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht. Wer in steuerlichen Fragen sicher sein will, wendet sich an einen Steuerberater oder an die kantonale Steuerverwaltung; die kantonalen Praktiken unterscheiden sich, und ein Nachbarhaus in einem anderen Kanton kann es anders machen.
Wo Hilfe hängt, wenn das Spiel kippt
Die Gespa vergibt keine Ratschläge und betreibt keine Beratungsstelle. Die Limiten und Werkzeuge sind bei jedem bewilligten Veranstalter im Spielerkonto zu finden, und das ist die erste Stelle, an die sich jemand wendet, der die Kontrolle verliert. Die zweite Stelle ist eine Fachstelle für Spielsucht, und die Zahl der Anlaufstellen in einem Kanton hat nichts mit der Zahl der Wettveranstalter zu tun.
Fest steht: Die Sperre ist nicht dazu gedacht, sie am nächsten Tag umzukehren. Die drei Monate sind keine Empfehlung, sondern eine Frist. Und wer sich sperren lässt, sollte wissen, dass diese Sperre bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung nicht ankommt — das ist kein Fehler der Sperre, sondern die Folge davon, wo das Register geführt wird. Wir alle wissen, dass die Versuchung im Sitzungszimmer eines Schachspiels selten kündigt, und genau deshalb sind Fristen wichtiger als Versprechen.
Häufig gestellte Fragen
Ist Schachwetten in der Schweiz erlaubt, und bei wem?
Erlaubt ist es nur bei Swisslos mit dem Produkt Sporttip und bei der Loterie Romande mit Jouez Sport, den beiden von den Kantonen zugelassenen Veranstaltern. Voraussetzung ist, dass der Veranstalter und das Ereignis in der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten stehen. Eine ausländische Seite verfügt über keine Schweizer Bewilligung, und eine dortige Lizenz entfaltet hier keine Wirkung.
Wie prüfe ich, ob ein Schachturnier in der Gespa-Liste steht?
Die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten führt die erlaubten Ereignisse in der jeweils geltenden Fassung; die Fassung vom 10. September 2026 gilt aktuell. Sie listen Qualifikationsrunden, Frauenwettbewerbe und Rangierungswetten nur auf, wenn diese ausdrücklich darin stehen. Die Gegenprobe geht schneller: Steht das Turnier nicht im Wettprogramm des Veranstalters, gibt es dafür keinen bewilligten Markt.
Warum ist die Remisquote für Schachwetten so wichtig?
Bei Schachmeistern liegt die Remisquote bei etwa 43 %, und Weiss erzielt im Mittel etwa 54 % der Punkte. Damit sitzt ein grosser Teil des Auszahlungsrisikos auf einem einzigen Ausgang von drei. Das verändert die Quote auf Remis gegenüber einer Wette mit zwei Ausgängen und verschiebt das Verhältnis von Auszahlungsquote zu Marge stärker, als es bei anderen Sportarten der Fall ist.
Wie berechne ich den Gewinn einer Wette, und was ist die Marge?
Der Rückfluss ist Einsatz mal Quote, der Nettogewinn Einsatz mal Quote minus eins. Der Quotenschlüssel eines Marktes ergibt sich aus 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten; die Marge ist 100 % minus diesen Wert. Ein illustrativer Zwei-Weg-Markt zu je Quote 1.90 liegt bei etwa 95 % Schlüssel und rund 5 % Marge.
Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und was macht die Spielsperre?
Der Veranstalter verlangt Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste; die Senkung wirkt sofort, die Erhöhung nach Frist. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register geführt und gilt auch für Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre ist erst nach drei Monaten wieder aufhebbar.
Was fehlt bei einer Auslandsseite ohne Schweizer Bewilligung?
Es fehlen drei Dinge gleichzeitig: der Schutz des Geldspielgesetzes, die Anbindung an das Sperrregister und der Schweizer Rechtsweg. Strafbar macht sich der Veranstalter, nicht der Spielende; Einsätze und Gewinne können aber in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Zudem kann die Domain auf die Sperrliste kommen und per DNS blockiert werden.
Was am Ende bleibt
Die Rechnung ist kürzer, als die Werbung glaubt. Ein Schachmarkt mit zwei Ausgängen zu je Quote 1.90 lässt etwa 5 % des Einsatzes beim Buchmacher, und bei drei Ausgängen mit einer Remisquote von rund 43 % sitzt ein grosser Teil des Risikos auf einem Ausgang, den die meisten Wettenden unterschätzen. Das ist keine Kritik an einem einzelnen Anbieter, sondern die Struktur des Produkts.
Wer in der Schweiz auf Schach setzen will, hat genau zwei Adressen, und der Wohnsitz entscheidet, welche davon seine ist. Das ist wenig, und die Geschlossenheit der Liste macht es nicht mehr. Im Gegenzug gilt ein Verlustlimiten-System mit 72 Stunden Erhöhungsfrist, ein Sperrregister, das bis in die Casinos reicht, und eine Auszahlung nur auf ein Konto mit dem eigenen Namen.
Die acht ausländischen Marken in dieser Übersicht teilen einen Befund: keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Schutz, kein Schweizer Rechtsweg. Das ist keine moralische Wertung, sondern eine Beschreibung dessen, was ein Vertrag über eine Grenze hinweg wert ist. Wer die Bequemlichkeit wählt, sollte wissen, was er bezahlt. Wer den Schutz wählt, sollte wissen, dass er in einem Kanton wohnt, der zu einem der beiden Vertragsgebiete gehört.
Sportarten – zahlungenwettench
Inhalt erstellt vom Team «zahlungenwettench»
