Wimbledon-Wetten in der Schweiz: Nur zwei Veranstalter dürfen es, der Rest ist Ausland
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Stand: Oktober 29, 2026. Die Bewilligungsangaben der Anbieter wurden gegen die Veranstalter- und Spielbewilligungen nach dem Geldspielgesetz sowie gegen die Aufsichtsinformationen der Gespa geprüft.
Der Rasen, der jedes Jahr neu gezogen wird
Wimbledon ist das älteste Tennisturnier der Welt und bis heute das einzige Grand-Slam-Turnier auf Rasen. Die ersten Lawn Tennis Championships begannen am 9. Juli 1877 an der Worple Road in London. Wer auf die Championships wettet, wettet auf ein Format, das sich über mehr als ein Jahrhundert kaum verändert hat: zwei Wochen, ein Belag, der das Spiel schneller macht als jeder andere, und ein Veranstalter, der keinem Verband Rechenschaft schuldet. Turnierdirektor ist seit 2020 Jamie Baker, ein ehemaliger britischer Davis-Cup-Spieler, der den Club nach aussen vertritt, ohne die Tradition nach innen anzutasten.
Das Turnier findet im Londoner Stadtteil Wimbledon statt und wird vom All England Lawn Tennis and Croquet Club veranstaltet. Es ist das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres und dauert jährlich zwei Wochen ab Ende Juni. Die Ausgabe 2026 ist gespielt, die nächste folgt 2027. Wer heute ein Konto eröffnet, eröffnet es für das kommende Turnier, nicht für ein laufendes.

Wer in der Schweiz auf Wimbledon wetten will, hat eine Auswahl aus zwei veranstaltenden Organisationen mit kantonalem Gebietsanspruch oder aus einem Dutzend ausländischer Plattformen, die keine Schweizer Bewilligung besitzen. Das ist keine Vereinfachung, sondern die Rechtslage. Und sie entscheidet mehr über den Preis einer Wette als jede Quote auf dem Bildschirm.
Was eine Quote über die Chancen sagt, ist wenig. Was sie über den Anbieter sagt, ist mehr: In jedem Preis steckt die Marge, der Anteil jedes Einsatzes, den der Veranstalter für sich behält, egal wie das Spiel ausgeht. Wer das einmal verstanden hat, liest Wettprogramme anders.
Die Bewilligung: was in der Schweiz erlaubt ist und was nur geduldet wird
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern; Geldspielkonkordat in Kraft seit 1.1.2021) beaufsichtigt — nicht von der ESBK, die ausschliesslich Casinos kontrolliert. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS) und «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS).

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es gibt deshalb keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt. Die Gespa veröffentlicht lediglich die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Das ist der entscheidende Punkt für jeden, der nach Alternativen sucht: Die Alternative ist nicht ein anderer bewilligter Anbieter, sondern ein Anbieter ohne Bewilligung.
Wer ein Sportwettenkonto eröffnen will, muss seinen Wohnsitz im Vertragsgebiet des jeweiligen Veranstalters haben. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Jouez Sport veranstaltet die Loterie Romande für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.
Das heisst konkret: Ein Deutschschweizer oder Tessiner kann kein Jouez-Sport-Konto eröffnen, ein Waadtländer kein Sporttip-Konto. Die Grenze verläuft nicht zwischen gut und schlecht, sondern entlang der Sprachgrenze. Wer umzieht, wechselt faktisch den Anbieter.
Nur Sportwetten sind erlaubt. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zugelassen. Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der autorisierten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet, niemals Wetten auf Trainingsläufe. Die Liste zeigt keine Corner- oder Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Wettbewerbe, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS). Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und live, sofern der Veranstalter über eine entsprechende Bewilligung verfügt; das BGS kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte.
Das ist eine Liste, die einem Sportfan wehtut. Ein Fussball-Wettprogramm ohne Corner-Märkte ist schmerzhaft, beim Tennis kaum spürbar, weil es dort keine Ecken gibt. Die Liste erklärt aber, warum das Angebot bei den beiden Schweizer Veranstaltern schmaler aussieht als bei einer Plattform im Ausland: Es ist nicht Zurückhaltung, es ist Vorschrift.
Spielerschutz: Limiten, die der Spieler selbst setzt
Die Schweiz hat keine gesetzliche Einzahlungsobergrenze. Das überrascht, wer von deutschen oder österreichischen Regelungen kommt. Die Limiten setzt der Spielende selbst — und das ist keine freiwillige Empfehlung, sondern eine Pflicht des Veranstalters: Er muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach 24 Stunden von Gesetzes wegen — wobei Swisslos und Loterie Romande in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden anwenden.
Bei Sporttip konkret: Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Wer sein Verlustlimit einmal tief gesetzt hat, kommt am nächsten Tag nicht mit guter Laune daran vorbei.
Die andere Bewegung ist die Sperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten wieder aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS).
Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Das ist die schärfste Regelung im ganzen Paket: kein Zurück, kein «ich wusste nicht». Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Ein Punkt, der bei jeder Aufsichtskontrolle mitschwingen sollte: Gespa-Testkäufe ergaben 2025, dass an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde. Eine Schweizer Bewilligung ist kein Freibrief für lückenlosen Schutz, sondern der Rahmen, in dem ein Veranstalter Schutzsysteme betreiben muss.
Für die Wimbledon-Wochen heisst das: Das Turnier läuft zwei Wochen, mit Spielen von mittags bis abends und Live-Quoten, die sich mit jedem Break bewegen. Wer in dieser Zeit ohne selbst gesetzte Obergrenze spielt, sieht dem eigenen Konto beim Schrumpfen zu. Eine feste Verlustlimite über die Turnierdauer wirkt anders als jede Limite pro Wettschein, weil sie nicht von der Verfassung des Tages abhängt.
Wettarten und Quoten: was eine Wimbledon-Wette darf und was sie kostet
Die Wettmärkte reichen vom Turniersieger über Matchwetten bis zu Satz- und Gamewetten. Bei den Wimbledon Championships spielen die Herren auf drei Gewinnsätze und die Damen auf zwei; bei 6:6 gibt es einen Tiebreak bis 7, im Entscheidungssatz seit März 2022 einen Match-Tiebreak bis 10 mit zwei Punkten Vorsprung.
Diese Satzregel ist keine Fussnote, sondern der Grund, warum Satz- und Matchwetten verschieden funktionieren. Ein Damenmatch ist im Schnitt kürzer und endet in zwei von drei Sätzen; ein Herrenmatch kann in fünf Sätzen über vier Stunden gehen. Ein Satzmarkt auf ein Herrenmatch hat drei mögliche Ausgänge, ein Matchmarkt zwei — und je mehr Ausgänge ein Markt hat, desto mehr Marge steckt in der Summe.
Wie viel, zeigt ein illustratives Beispiel, kein zitierter Preis. Zwei Ausgänge zu gleicher Quote 1,90: Der Auszahlungsanteil des Marktes liegt bei 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90), also bei rund 95 %. Die Marge bewegt sich bei solchen Hauptmärkten meist im Bereich von 3 % bis 6 % des Gesamteinsatzes — nicht als fester Abzug vom einzelnen Einsatz. In einem engen Markt wie dem Matchsieger der ersten Runde ist diese Marge am kleinsten, bei Nebenmärkten wie dem genauen Ergebnis oder der Anzahl Games spürbar grösser. Die Bandbreite reicht also von unter etwa 5 % bei den Hauptmärkten bis über 6 % bei den Randmärkten, und der Satz gilt immer nur für den Markt, für den er gerechnet wurde. Für den Spielenden heisst das: Zwei identische Quoten bei zwei Anbietern sagen nichts, aber ein Ausweichen auf einen langweiligeren Hauptmarkt gibt mehr vom Einsatz zurück, ohne dass sich eine einzige Ziffer in der Zeile ändert.
Einen gesetzlichen Quotenschlüssel gibt es nicht. Der Quotenschlüssel einer Tenniswette ist keine Kennzahl der Aufsicht, sondern eine Rechtsfolge der Quote. Wer ihn vergleichen will, rechnet — und braucht dafür dieselbe Quote am selben Markt beim selben Anbieter.
Der Rasen
Wimbledon ist das einzige Grand-Slam-Turnier auf Rasen. Die Saison auf dem Belag ist extrem kurz: Vorbereitungsturniere führen in wenigen Wochen darüber, dann folgt für die Ausgeschiedenen der Wechsel auf Sand oder Hartplatz. Diese Seltenheit schlägt sich im Wettangebot nieder. Zwei Spielerprofile, die auf Hartplatz vier Sätze brauchen, entscheiden auf Rasen vielleicht drei Sätze, weil der Aufschlag stärker durchkommt und ein einziges Break den Satz kippt.
Die erste Lawn Tennis Championships begann am 9. Juli 1877 an der Worple Road. Seitdem ist der Rasen das Definitionsmerkmal des Turniers geblieben, und im Wettgeschäft bleibt er die einzige Konstante, auf die sich ein Markt beziehen kann.
Das Format und der Spielplan
Die Wimbledon Championships 2026 fanden vom 29. Juni bis 12. Juli 2026 in London auf Rasen statt und waren die 139. Austragung. Das Herreneinzel gewann Jannik Sinner (Italien), der damit seinen Vorjahressieg wiederholte; das Dameneinzel gewann Linda Nosková (Tschechien).
Ein Titelverteidiger und eine neue Siegerin. In beiden Fällen stand die Quote zum Turnierbeginn in keinem Verhältnis zum Ergebnis, und das ist keine Überraschung, sondern Normalzustand. Ein Turniersieger-Markt hat ein Dutzend mögliche Gewinner, über die die Marge verteilt wird. Die Favoritin eines Turniers ist deshalb nicht die mit der niedrigsten Quote, sondern die, in der der Markt die wenigste Varianz sieht.
Der Spielplan gliedert das Turnier in Runden vom Auftakt bis zum Finale. Wer auf einzelne Matches wettet, muss ihn kennen; wer auf den Turniersieger wettet, braucht ihn nicht, bezahlt diese Bequemlichkeit aber mit einer Marge, die über sieben Runden hinweg nur wächst.
Was die Schweizer Lösung kostet
Ausländische Plattformen ohne Schweizer Bewilligung garantieren nicht, dass die Sache gutgeht. «Geduldet» ist kein Rechtsstatus, sondern eine Lücke, die sich schliessen kann.
Die Zahlen der beiden Veranstalter sind dabei ein eigener Kostenpunkt. Swisslos verteilte 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz (für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey, Sporthilfe); aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.). Wer hier spielt, spielt in einen Kreislauf, dessen Nettoverlust zum Teil öffentliche Aufgaben deckt. Das ist kein Skandal — eine private Plattform mit Sitz in Übersee zieht denselben Betrag ab, nur ohne Rückfluss in die Kantone. Es ist aber auch nicht das Verkaufsargument, als das die Veranstalter ihre Gemeinnützigkeit gern präsentieren.
Woher der Reingewinn kommt, verrät das Kleingedruckte. Ein Sporttip-Konto braucht mindestens 18 Jahre und Wohnsitz im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Wer es trotzdem versucht, scheitert an einem System, das Adressen abgleicht, nicht an einem Menschen, der ihn abweist.
Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen: CHF 1 Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 1’000 Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Beim Auszahlen wird es kleinlich: Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote (bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten) und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Ein Wettschein weist deshalb selten den Betrag aus, den der eigene Taschenrechner ausgibt.
Die Limite von CHF 1’000 pro Wettschein gilt bei jeder einzelnen Wette, nicht pro Wochenende. Wer zehn Wetten zu je CHF 1’000 abschickt, hat CHF 10’000 bewegt; die Grenze pro Wettschein sagt nichts über das Gesamtvolumen. Für den üblichen Freizeiteinsatz ist das irrelevant. Wer in Tausender-Stückelung spielt, merkt die Bremse.
Der Preis der Alternativen zeigt sich in der Sperrliste: Die Gespa veröffentlicht eine Liste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS; erste Liste 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — Domain-Hopping —, und die Gespa nennt Interwetten, Bet-at-Home und bet365 als betroffen. Für den Spielenden heisst das: eine Fehlermeldung beim Öffnen einer Adresse, kein Angebot. Auf der anderen Seite steht ein Konto, das kein Sperrregister kennt, kein Schweizer Aufsichtsgremium und keinen Schweizer Gerichtsstand.
Zum Schluss die Steuer, weil sie bei jedem Turniersieg im Hinterkopf mitläuft. Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei und werden erst darüber besteuert — der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (CHF 1’070’400 in 2025). Der kantonale Freibetrag ist unterschiedlich: je nach Kanton. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein gewöhnlicher Spieler gewinnt weit unterhalb dieser Schwelle, zahlt also keine Einkommensteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, dafür behandelt die kantonale Steuerpraxis etwa des Kantons Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als volles Einkommen. Für alle steuerlichen Fragen gilt: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.
Die zehn Anbieter im Vergleich
| Anbieter | Bewilligungsstatus | Veranstalter oder gemeldete Bewilligung | Was beim Konto auffällt |
|---|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Schweizer Bewilligung | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa | Wohnsitz im Vertragsgebiet zwingend: AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH, Tessin, Fürstentum Liechtenstein |
| Loterie Romande Jouez Sport | Schweizer Bewilligung | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande); Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa | Wohnsitz in einem der sechs Westschweizer Kantone FR, VD, VS, NE, GE, JU |
| ZotaBet | Ohne Schweizer Bewilligung | Keine Schweizer Bewilligung; keine gemeldete Bewilligung mit Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) | Kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, Domain kann auf der Sperrliste stehen |
| Unibet | Ohne Schweizer Bewilligung | Keine Schweizer Bewilligung; keine gemeldete Bewilligung mit Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) | Kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, Domain kann auf der Sperrliste stehen |
| Betscore | Ohne Schweizer Bewilligung | Keine Schweizer Bewilligung; keine gemeldete Bewilligung mit Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) | Kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, Domain kann auf der Sperrliste stehen |
| WirWetten | Ohne Schweizer Bewilligung | Keine Schweizer Bewilligung; keine gemeldete Bewilligung mit Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) | Kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, Domain kann auf der Sperrliste stehen |
| BetFury | Ohne Schweizer Bewilligung | Keine Schweizer Bewilligung; keine gemeldete Bewilligung mit Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) | Kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, Domain kann auf der Sperrliste stehen |
| Rollbit | Ohne Schweizer Bewilligung | Keine Schweizer Bewilligung; keine gemeldete Bewilligung mit Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) | Kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, Domain kann auf der Sperrliste stehen |
| Rabona | Ohne Schweizer Bewilligung | Keine Schweizer Bewilligung; keine gemeldete Bewilligung mit Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) | Kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, Domain kann auf der Sperrliste stehen |
| Bruce Bet | Ohne Schweizer Bewilligung | Keine Schweizer Bewilligung; keine gemeldete Bewilligung mit Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) | Kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, Domain kann auf der Sperrliste stehen |
Was die Aufstellung zeigt, ist keine Rangfolge von gut nach schlecht, sondern eine Zahl: zwei von zehn. Die beiden oberen Einträge sind nicht die Favoriten in einem Feld, sie sind das Feld. Die wichtigen Unterschiede zwischen den verbleibenden acht verlaufen ausserhalb des Schweizer Rechts und damit ausserhalb der Fragen, die für einen hiesigen Spielenden zählen. Ob eine dieser Plattformen ein schöneres Wettprogramm hat, ändert nichts daran, dass im Streitfall kein Schweizer Gericht zuständig ist und dass beim Selbstausschluss niemand mitliest.
Dasselbe Kleingedruckte verbindet die acht: keine gemeldete Bewilligung mit Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) — eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder Deutschland entfaltet hier keine Wirkung. Was bleibt, ist ein Konto ohne Aufsicht und ein Gewinn, den im schlechtesten Fall niemand einklagt. Wer das einkalkuliert, spielt bewusst ohne Netz. Das ist erlaubt. Es ist nur selten die Entscheidung, die ein Freizeitspieler später noch einmal so treffen würde.
Swisslos Sporttip: das Angebot für die Deutschschweiz
Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Konto gibt es nur für Personen im Vertragsgebiet, und zwar eines: eine Person, eine Registrierung.
Das Regelwerk reicht tiefer, als die meisten Wettprogramme ahnen lassen. Der Mindesteinsatz beträgt CHF 1 pro Einzel- und Kombinationswette. Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen mit Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Auf Tennis übertragen heisst das: Wer im Moment eines Doppelfehlers noch abschickt, bekommt keinen besseren Preis, sondern seinen Einsatz zurück.
Cash-Out ist für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Wer auscasht, verkauft einen Anspruch — und der Käufer sitzt am längeren Hebel.
Dazu kommen drei Zusatzfunktionen. Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1,50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Zwei Sätze auf einen Nettogewinn, den sieben richtige Voraussagen mit Mindestquote voraussetzen, sind kein Geschenk, sondern eine Wette auf die eigene Disziplin verkleidet als Bonus.
Unterm Strich bleibt Sporttip das vollständig regulierte Angebot mit klaren Limiten und ohne Überraschung im Kleingedruckten. Wer es wählt, tauscht die Aussicht auf einen hohen Willkommensbonus gegen die Gewissheit, im Streitfall einen Schweizer Ansprechpartner zu haben.
Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Recht, andere Kantone
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Die Struktur gleicht der von Swisslos: ein Veranstalter mit einer Bewilligung nach BGS, unter derselben Aufsicht, mit einem auf sechs Kantone begrenzten Vertragsgebiet.
Für einen Genfer oder Waadtländer ist das keine zweite Wahl, sondern die einzige. Die Auflagen für Konto, Mindestalter, Identitätsprüfung und Limiten sind dieselben, die die Gespa allen bewilligten Veranstaltern vorschreibt. Wie das Tennisprogramm im Einzelnen aussieht und welche Quoten dort stehen, verrät das Wettprogramm selbst — die Bewilligung deckt den Rahmen, nicht die einzelne Zeile.
Bemerkenswert ist nur die Verteilung der Gratisspielguthaben: Auf dem Weg über die Gespa wurden 2025 vierundzwanzig Zustimmungen an die Loterie Romande erteilt und acht an Swisslos. Wer in der Westschweiz wohnt, trifft also nicht auf das schmalere Angebot. Bei weitem nicht.
Die acht Plattformen ohne Bewilligung
ZotaBet, Unibet, Betscore, WirWetten, BetFury, Rollbit, Rabona und Bruce Bet stehen in derselben Kategorie. Keine Schweizer Bewilligung. Keine gemeldete Bewilligung mit Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS). Kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht. Die Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen und per DNS blockiert werden. Und das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar — bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.
Das ist die Gemeinsamkeit, die jede weitere Frage überholt. Ein Vergleich dieser acht untereinander lohnt für einen Schweizer Spieler nicht, weil keiner von ihnen Zugang zum Sperrregister, zur Aufsicht oder zu einem Schweizer Gericht bietet. Wer sein Konto ohnehin in einer Rechtsordnung führt, die hier nichts gilt, wählt unter ihnen nicht den besseren Anbieter, sondern nur die bequemere Seite desselben Verzichts.
Bleibt die Steuerfrage, die bei diesen Anbietern anders ausfällt. Gewinne aus ausländischen Grossspielen unterliegen keiner Verrechnungssteuer, dafür behandelt die kantonale Steuerpraxis sie vollständig als Einkommen. Was der Schweizer Rechtsweg nicht einfordert, holt das Steuerformular unter Umständen nach. Wer dort gewinnt, ist der einzige Teilnehmer dieses Marktes ohne Schutznetz.
Was am Vergleich hängen bleibt
Zehn Namen, zwei Bewilligungen. Die Rangfolge fällt mit der Rechtslage zusammen, nicht trotz ihr: Swisslos Sporttip für Deutschschweizer und Tessiner, Loterie Romande Jouez Sport für Westschweizer, und danach lange nichts, was in der Schweiz Geltung hätte. Wer sich dagegen entscheidet, entscheidet sich nicht für den günstigeren Anbieter, sondern gegen Aufsicht, Sperrregister und Gerichtsstand — ein Preis, der in der Tabelle des Wettprogramms nicht steht.
Marge und Steuer: was vom Gewinn abgeht
Bei jeder Wette gibt es zwei Abzüge, die auf dem Wettschein nicht auftauchen. Der erste ist die Marge im Quotenschlüssel, gezahlt bei jeder Wette, ob gewonnen oder verloren. Der zweite ist die Steuer, die erst über einer Schwelle greift, die für einen gewöhnlichen Spielenden unerreichbar weit liegt.
Die Unterscheidung entscheidet die Planung. Die Marge ist ein sicherer, immer anwesender Kostenfaktor. Die Steuer ist ein Ereignis, das praktisch nie eintritt — der Bundesfreibetrag von CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn ab 1.1.2026 liegt so hoch, dass ein Wimbledon-Wetter ihn nicht berührt. Wer auf ein einzelnes Match setzt, zahlt die Marge und sonst nichts. Wer auf einen Turniersieg mit einer Quote von 500 setzt, sollte wissen, dass bei einem Volltreffer die kantonale Schwelle greift, die je nach Kanton verschieden ist, und darüber die Verrechnungssteuer von 35 %.
Die bessere Quote ist deshalb nicht automatisch die bessere Wette. Zwei Anbieter mit derselben Quote in demselben Markt unterscheiden sich nicht; zwei Anbieter mit unterschiedlichem Quotenschlüssel in demselben Markt sehr wohl. Wer vergleichen will, vergleicht den Quotenschlüssel des Marktes, nicht die Ziffer auf dem Wettschein. In der Schweiz gibt es dafür derzeit zwei Adressen mit Bewilligung und darüber hinaus niemanden, dessen Quoten man gegen sie rechnen könnte.
Häufige Fragen zu Wimbledon-Wetten in der Schweiz
Wann fanden die Wimbledon Championships 2026 statt, und auf welchem Belag wurde gespielt?
Die Ausgabe 2026 lief vom 29. Juni bis 12. Juli 2026 in London und war die 139. Austragung. Gespielt wird auf Rasen, dem einzigen Grand-Slam-Belag. Im Herreneinzel gewann Jannik Sinner, im Dameneinzel Linda Nosková.
Wer darf in der Schweiz Wetten auf Wimbledon anbieten, und welche Wettarten sind erlaubt?
Nur Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Das erlaubte Angebot folgt der Gespa-Liste der autorisierten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, Version 10.09.2026. Die Liste zeigt weder Corner- noch Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich.
Wie unterscheiden sich Herren- und Damenturnier bei der Satzzahl, und was heisst das für Satz- und Matchwetten?
Die Herren spielen auf drei Gewinnsätze, die Damen auf zwei. Bei 6:6 gibt es einen Tiebreak bis 7, im Entscheidungssatz seit März 2022 einen Match-Tiebreak bis 10 mit zwei Punkten Vorsprung. Ein Matchmarkt hat zwei Ausgänge, ein Satzmarkt mehr.
Wie wird die Auszahlung einer Tenniswette berechnet, und was ist die Marge des Anbieters?
Der Gewinn ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus dem Produkt der Einzelquoten. Bei zwei Ausgängen zu je 1,90 liegt der Auszahlungsanteil des Marktes bei rund 95 %, die Marge also bei knapp 5 %; bei Nebenmärkten fällt sie höher aus.
Was gilt bei Livewetten auf Tennis, und wie schnell ändern sich Quoten während eines Spiels?
Livewetten sind bei den bewilligten Veranstaltern erlaubt. Quoten bewegen sich mit jedem Punkt und Break, weil ein einzelner Aufschlagverlust einen Satz entscheiden kann. Wetten nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs zählen mit Quote 1.00.
Was vom Einsatz übrig bleibt
Die Schweiz hat sich für ein Modell entschieden, das den Markt klein hält: zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste erlaubter Wettarten, ein Vertragsgebiet, das den Wohnsitz zur Eintrittskarte macht. Für Wimbledon heisst das weniger Auswahl und weniger Risiko, im Streitfall niemanden zu finden, der zuständig ist. Die beiden bewilligten Veranstalter sind nicht die günstigsten im europäischen Vergleich, aber die einzigen, bei denen Spielregeln, Aufsicht und Rechtsweg in der Schweiz gelten.
Wer eine Wette platziert, sollte den Preis kennen, den er zahlt: die Marge im Markt, die Limite pro Wettschein und die Regel, dass ein Cash-Out weniger bringt als der volle Gewinn. Wer diese drei Dinge kennt, entscheidet informiert. Wer sie ignoriert, zahlt für jede Wette mehr, als er denkt. Das ist der einzige Punkt in diesem Geschäft, an dem die Rechnung wirklich aufgeht.
Tennis – zahlungenwettench
Inhalt erstellt vom Team «zahlungenwettench»
